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Prof. Dr. Andreas Arndt

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich

(1770–1831): Geboren am 27. 8. in Stuttgart, gestorben am 14. 11. in Berlin. Hegel gilt als der systematische Philosoph schlechthin. Er erhebt den Anspruch, die Philosophie in einem Wissen des Absoluten abschließend begründet, sie von diesem Wissen aus in ihrem ganzen systematischen Umfang dargestellt und in ihren Grundzügen vollendet zu haben. Durchgeführt hat Hegel dieses Programm in der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse , die 1817 erstmals erschien und 1827 und 1830 noch zwei Neuauflagen erlebte, wobei die erste stark erweitert war und auch inhaltliche Veränderungen aufwies. Sie gliedert sich in drei Teile: die Logik , die Naturphilosophie und die Philosophie des Geistes . Den ersten Teil hatte Hegel bereits 1812 bis 1816 in drei Bänden als Wissenschaft der Logik vorgelegt, deren erster Band posthum 1832 in einer noch von ihm selbst vollendeten, stark veränderten Neuauflage herauskam; aus dem Bereich der Geistesphilosophie erschienen 1821 die Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse . Eine Sonderstellung nimmt die Phänomenologie des Geistes (1807) ein, deren Thema die Entwicklung der Gestalten des Bewusstseins vom sinnlichen Bewusstsein bis zum absoluten Wissen ist. Sie bildete ursprünglich den ersten Teil des Systems, wurde dann aber durch den Anfang mit der Logik ersetzt. Im Unterschied zur Phänomenologie und Logik sind die Enzyklopädie und die Rechtsphilosophie Lehrbücher zum Gebrauch in Vorlesungen, die deshalb nur den ›Grundriss‹ der Gedankenentwicklung enthalten. So fand das vollständige System seine Darstellung auch erst in den Vorlesungen, wo Hegel u. a. über Logik und Metaphysik, Naturphilosophie, Philosophie des Geistes, Rechtsphilosophie, Philosophie der Weltgeschichte, Ästhetik, Religionsphilosophie und Geschichte der Philosophie las. Dabei blieb das System jedoch im Einzelnen in einer beständigen Entwicklung begriffen.

Dass die Philosophie ein systematisches Ganzes sei, verdeutlicht Hegel mit dem Bild eines Kreises, der wiederum aus einzelnen Kreisen bestehe. Darin gebe es kein Erstes und kein Letztes, sondern alles halte und trage sich gegenseitig. Man müsse daher, um es angemessen zu begreifen, das Ganze vollständig durchlaufen und wieder in den Anfang zurückkehren, und nur dieses Ganze sei auch die Wahrheit. Das philosophische System erscheint somit als ein in sich geschlossenes Universum, das allumfassend auch in dem Sinne ist, dass es zugleich die Gedankenbestimmungen der Wirklichkeit überhaupt in sich enthält. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die Wirklichkeit als Wirklichkeit der Vernunft auch nur durch die Vernunft zu begreifen sei. Aber auch die Vernunft ist kein Erstes, das unmittelbar vorausgesetzt werden kann, sondern eine immanente Voraussetzung der erscheinenden Wirklichkeit selbst. Die Wirklichkeit der Vernunft kann daher auch nur im Durchgang durch die Empirie erwiesen werden, weshalb Hegel auch den Empirismus ausdrücklich aufwertet und seine Philosophie, wie kaum eine andere, die Verfahren und Resultate der besonderen, empirischen Wissenschaften zu integrieren versucht. Hegel beansprucht jedoch nicht, sie vollständig aufgehoben zu haben, vielmehr ist philosophisch allein ihre begriffliche Gestalt von Interesse. Er setzt kritisch dort an, wo der Gebrauch grundlegender, allgemeiner Begriffe nach seiner Auffassung auf unreflektierten Annahmen beruht. Indem er ihre Voraussetzungen und Konsequenzen deutlich macht, bezieht er diese Begriffe auf den Zusammenhang der logischen Gedankenbestimmungen und stellt damit zugleich die einzelnen Wissenschaften in einen systematischen Zusammenhang.

Das kritische Verfahren Hegels knüpft an die von Kant durchgeführte Unterscheidung von Verstand und Vernunft an, wobei Vernunft die höhere, spekulative Erkenntnistätigkeit bezeichnet, die sich auf das Unbedingte bzw. Absolute richtet. Im Unterschied zu Kant, dem er vorwirft, die Vernunft dem Verstand zu unterwerfen und dadurch zu begrenzen, möchte Hegel umgekehrt den Verstand in die Vernunft aufheben, indem er dessen Beschränkungen auflöst. Die Vernunft geht aus einer immanenten Kritik des Verstandesdenkens hervor, das zwar das Vermögen der Begriffe sei, diese jedoch nur abstrakt auffasse. In polemischer Abgrenzung gegenüber dem gewöhnlichen Sprachgebrauch, der das Abstrakte einem Konkreten als der schon immer vertraut erscheinenden Wirklichkeit gegenüberstellt, spricht Hegel von »abstrakt« dann, wenn etwas gegenüber seinen Zusammenhängen isoliert wird. Diese Zusammenhänge entzögen sich jedoch dem sinnlichen Bewusstsein ebenso wie den formallogischen Prinzipien des Verstandes, der die ›Dinge‹ als mit sich identische fixiere und dadurch gegeneinander verselbstständige. Die Auflösung solcher Identitäten und damit der Beschränktheit des Verstandes erfolge dort, wo der Verstand sich mit sich selbst notwendig in Widersprüche verstricke, ohne dass ein formallogischer Argumentationsfehler begangen worden sei.

Nach Kant, der solche Widersprüche unter dem Stichwort einer »transzendentalen Dialektik« behandelte, war dies bei dem Gebrauch der Vernunft in Beziehung auf das Unbedingte der Fall. Hieran knüpft Hegel an, wenn er die immanente Kritik und Auflösung des Verstandesdenkens durch die Entwicklung von Widersprüchen als Dialektik bezeichnet. Dabei grenzt Hegel sich von allen Auffassungen ab – auch von der platonischen Dialektik als Kunst der Gesprächsführung –, die in der Dialektik nur eine subjektive Methode erblicken, um zur Wahrheit zu gelangen. Die dialektischen Widersprüche beruhten nämlich nicht auf Unzulänglichkeiten des Denkens, sondern darauf, dass die ›Dinge‹ an sich selbst widersprechend seien. In Bezug auf die endliche Wirklichkeit bedeutet dies, dass sie nicht als mit sich identische festgehalten werden können, sofern sie das, was sie sind, nur durch ihre Beziehungen auf anderes sind. Die Entwicklung der Widersprüche ist daher die Entwicklung der Beziehungen bis hin zur Ganzheit (Totalität) der erscheinenden, endlichen Wirklichkeit. Hier wird, Hegel zufolge, deutlich, dass die endlichen ›Dinge‹ ihr Bestehen nur im Absoluten haben oder ihr Nichtsein das Sein des Absoluten ist. Die Dialektik, die diesen Nachweis führt, bezeichnet Hegel auch als die »negativ-vernünftige« Seite der Philosophie; ihr Resultat ist die Auflösung der endlichen Verstandesbestimmungen. Der entwickelte Widerspruch hat aber nicht nur ein negatives Ergebnis, sondern führt auf eine positive Bestimmung, die Einheit der entgegengesetzten Seiten. Dies wird durch den zur Charakteristik der hegelschen Dialektik immer wieder bemühten Dreischritt von These, Antithese und Synthese bzw. Position, Negation und Negation der Negation zum Ausdruck gebracht. Das Zusammengehen der entgegengesetzten Seiten mit sich selbst im positiven Resultat des Widerspruchs bezeichnet Hegel auch als die »positiv-vernünftige« bzw. »spekulative« Seite der Philosophie. Sie betrachtet den Widerspruch in seiner Wahrheit, die selbst die Form des Widerspruchs hat. Das Absolute muss, nach einer Formel Hegels, als »Identität der Identität und der Nichtidentität« begriffen werden.

Hegel behandelt den Widerspruchsbegriffs nicht als rein formale Denkbestimmung, sondern ontologisiert ihn, weil er, wie Platon, die ganze Wirklichkeit als durch Formverhältnisse strukturiert ansieht und nicht durch feststehende, mit sich identische ›Dinge‹. Wenn daher die Wissenschaft der Logik die Formen und Bestimmungen des Denkens zum Thema macht, so wird nach Hegels Auffassung zugleich mit verhandelt, was der Gebrauch der logischen Gedankenbestimmungen inhaltlich bedeutet. Die Logik als die Wissenschaft des reinen Denkens ist somit zugleich Metaphysik. Sie gliedert sich in zwei Teile, die objektive Logik und die subjektive Logik bzw. die Lehre vom Begriff. Die objektive Logik umfasst in zwei Büchern die Seinslogik und die Wesenslogik. In der Seinslogik erscheinen die Begriffe zunächst noch als feststehende Bestimmungen in Bezug auf ein Sein. Die Kritik dieser Vorstellung ist wesentlich auch eine Kritik der vormaligen allgemeinen Metaphysik, der Ontologie. Diese Kritik und damit den Übergang von der traditionellen Ontologie des Seins zur Ontologie von Formverhältnissen vollzieht das zweite Buch der objektiven Logik, die Lehre vom Wesen. Unter den Wesenheiten versteht Hegel die reinen Formbestimmungen; hier werden u. a. auch die Bestimmungen Identität, Unterschied, Widerspruch und Grund behandelt und bis zum Begriff der Wirklichkeit als Wirklichkeit des Absoluten entwickelt. Diese ist reine Selbstbezüglichkeit der Denkbestimmungen und damit absolute Subjektivität. Der zweite Teil der Wissenschaft der Logik , die Subjektive Logik , behandelt demgemäß die Selbsterfassung des Begriffs durch den Begriff. Hier findet die traditionelle Logik mit der Begriffs-, Urteils- und Schlusslehre ihren Ort, ebenso aber auch die im gewöhnlichen Verständnis in Bezug auf die objektive Natur gebrauchten Bestimmungen der Mechanik, Chemie und Teleologie als die Lehre von den Zwecken. Beide Seiten fassen sich zusammen in der Lehre von der Idee, in der sich die absolute Idee als absolute Freiheit bestimmt. In ihr findet die Philosophie ihre Vollendung, weil es von hier aus keinen notwendigen Übergang in weitere Bestimmungen mehr gibt.

Das Verhältnis der absoluten Idee zur Natur sei daher auch kein Übergehen, sondern die Idee entschließe sich aus freien Stücken, sich in die Natur zu entlassen und darin die Form des Andersseins, der Äußerlichkeit anzunehmen. Dass die Natur Entäußerung der Idee sei, bedeute auch, dass sie sich zu sich selbst nur äußerlich verhalte. Sie habe keine innere Entwicklung, sondern sei als ein System von Stufen zu betrachten, die allein aus dem Begriff hervorgehen, welcher das Innere der Natur bilde. Der Gedanke einer natürlichen Evolution wird daher von Hegel verworfen; der Natur selbst kommt für ihn keine Geschichte zu. Auf der Stufe des animalischen Organismus trete die Subjektivität wieder hervor, aber diese Subjektivität könne sich innerhalb der Natur nicht selbst erfassen, die als bloße Äußerlichkeit pure Negativität und daher »Unangemessenheit zur Allgemeinheit« sei. Erst indem der Geist durch den Tod des Natürlichen als Wahrheit der Natur erscheine, werde die Äußerlichkeit zurückgenommen und eine Identität mit dem Allgemeinen erreicht.

Die Entwicklung des Geistes stellt sich auf dieser Grundlage als ein fortschreitendes Hinwegarbeiten des Natürlichen dar. Dies vollziehe sich in den Gestalten des »subjektiven Geistes« (Anthropologie, Phänomenologie, Psychologie), des »objektiven Geistes« (Recht, Moralität, Sittlichkeit) und des »absoluten Geistes« (Kunst, Religion, Philosophie). Im Unterschied zur Natur handelt es sich hierbei um ein Hervorgehen dieser Gestalten auseinander. Der subjektive Geist ist unmittelbar als Seele oder »Naturgeist« Gegenstand der Anthropologie, die über die Empfindung in das Bewusstsein übergeht, das sich in der Phänomenologie von seiner Natürlichkeit befreit und vom sinnlichen Bewusstsein zur Vernunft entwickelt. Die Psychologie vollendet die Selbsterfassung des subjektiven Geistes als theoretischen, praktischen und freien Geist, der sich die Wirklichkeit als sein Werk objektiv machen kann.

Diese Objektivierung erscheint zunächst als Gewohnheit, als eine »zweite Natur«. Sie bildet die Basis des objektiven Geistes, der die allgemeinen, die einzelne Subjektivität übergreifenden Strukturen des Rechts, der Moralität und der Sittlichkeit umfasst. Sofern deren Gestaltungen den Individuen als äußerliche Voraussetzungen und Mächte gegenübertreten, erscheinen sie als natürlich, obwohl sie aus Objektivierungen bzw. Veräußerlichungen der Subjekte hervorgehen. Diese zweite Natur erscheint vor allem in dem »System der Bedürfnisse«, der Sphäre der Ökonomie, in der die Willkür subjektiver Bedürfnisse und der Interessen der Privateigentümer herrsche, deren ungehemmte Freisetzung das sittliche Allgemeine zerstören würde. In ihr kommt für Hegel jedoch das Freiheitsprinzip der neuzeitlichen Subjektivität zur Geltung; sie ist daher auch nicht zu beseitigen, sondern nur in ihren negativen Folgen zu beschränken. Dies geschieht letztlich in der politisch- sittlichen Einheit des Staates, der Wirklichkeit der sittlichen Idee, welcher seine Legitimation nicht aus der Vergesellschaftung partikularer Interessen, sondern aus der vernünftigen Allgemeinheit selbst bezieht, wie sie in den Gestalten des »absoluten Geistes« zum Vorschein kommt. Vernünftige Allgemeinheit im Sinne des absoluten Geistes ist daher in der gesellschaftlich-geschichtlichen Wirklichkeit nicht zu realisieren; die Versöhnung mit der zerrissenen Wirklichkeit gelingt nur als Einsicht in die Notwendigkeit ihres So-Seins, die darin zugleich weiß, dass die Gegensätze im Absoluten versöhnt sind. Dieser Versöhnung im Absoluten aber werden wir nur kontemplativ inne, sei es ästhetisch, sei es religiös oder im wissenschaftlichen Erkennen der Philosophie.

In seiner Rechtsphilosophie hat Hegel die Philosophie des objektiven Geistes in ihrem ganzen Umfang am ausführlichsten dargestellt. Seine Option für einen konstitutionell-monarchischen Ständestaat, verbunden mit der Ablehnung eines sich aus der Gesellschaft zurückziehenden liberalen »Nachtwächterstaates«, ist immer wieder so verstanden worden, als habe er sich kritiklos den restaurativen Tendenzen des damaligen preußischen Staates unterworfen. Tatsächlich kritisiert Hegel die bloße Negation von Abhängigkeit als abstrakte Freiheit; konkrete Freiheit sei erst dort, wo der Geist im Anderen bei sich selbst sei und das Andere in seiner Notwendigkeit anerkennen könne. Ihr Begriff hängt für Hegel wesentlich an einer Erkenntnisdimension: Sie ist Einsicht in die Notwendigkeit. Damit geraten aber auch umgekehrt die sittlichen Verhältnisse einschließlich der Formen und Institutionen des Staates unter den Zwang, sich als notwendig, d. h. vernünftig, legitimieren zu müssen, um als solche auch eingesehen werden zu können. Hegels verankert die Freiheit in der Allgemeinheit des Rechts und stellt sich ausdrücklich der damaligen preußischen Restaurationspolitik entgegen, indem er auf einem Verfassungsstaat beharrt. Hierin sieht er das bleibende Resultat der von ihm zeitlebens trotz aller Kritik am jakobinischen Terror bewunderten Französischen Revolution. Hegels gesellschaftliche und politische Positionen entspringen aus der Ablehnung eines Moralismus des Sollens zugunsten der Einsicht in die objektiven Bedingungen gesellschaftlichen Handelns.

Die Rechtsphilosophie geht vom Verhältnis der Völker und Staaten zur allgemeinen Weltgeschichte, die Hegel als Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit charakterisiert. In ihr gestalte sich der Geist als Weltgeist geschichtlich zur Allgemeinheit; er bediene sich der Individuen, Völker und Staaten als Mittel, um seinen Endzweck zu verwirklichen, worin Hegel die »List der Vernunft« erblickt. Die jeweilige Entwicklungsstufe des Weltgeistes werde durch einen besonderen Volksgeist repräsentiert und vollstreckt, der als Träger des Weltgeistes ein absolutes Recht gegenüber anderen Völkern habe, aber schließlich selbst einem höheren Prinzip weichen müsse. In diesem Sinne sei die Weltgeschichte zugleich das »Weltgericht«. In den aufeinander folgenden Epochen der Weltgeschichte (orientalisches, griechisches, römisches und germanisches Reich) vollziehe sich ein Fortschritt von der Freiheit des Einzelnen, des orientalischen Despoten, über die Freiheit einiger in der griechisch-römischen bis hin zur Freiheit aller in der christlich-germanischen Welt. Auf diese Weise bestätige sich die Herrschaft der Vernunft in der Geschichte und die Geschichtsphilosophie sei zugleich Theodizee.

Im Anschluss an die Weltgeschichte sind auch die Gestalten des absoluten Geistes – Kunst, Religion und Philosophie – wesentlich geschichtlich aufzufassen. Die Kunst stehe als Produkt des menschlichen Geistes höher als die Natur; im Kunstschönen repräsentiere sich die Wahrheit selbst, indem die Idee des Absoluten zur Anschauung gebracht werde. Die Gattungen und Formen der Kunst treten in den geschichtlichen Epochen auf unterschiedliche Weise dominierend hervor. Während die Architektur als symbolische Kunst in der orientalischen Welt herrschte, ist die Skulptur Kennzeichen der griechisch-römischen Antike. In der ›romantischen‹ Kunst der christlichen Epoche hingegen seien Malerei, Musik und Poesie die bestimmenden Formen. Mit dieser Stufe sei die Entwicklung der Kunst insofern zum Abschluss gebracht, als das Absolute nun im Reich des Gedankens selbst angemessen zur Darstellung gebracht werden könne. Dies trifft auch für das Verhältnis der zweiten Gestalt des absoluten Geistes, der Religion, zur Philosophie zu. Das protestantisch verstandene Christentum als die vollendete Religion habe dieselbe Wahrheit wie die Philosophie, stelle sie aber in einer uneigentlichen, exoterischen Weise dar. Um sich seines wahren Inhalts zu vergewissern, müsse sich das fromme Selbstbewusstsein dem philosophischen Begriff zuwenden. Die Philosophie könne dieses Bedürfnis befriedigen, weil sie selbst ihren geschichtlichen Lauf vollendet und das Absolute vollständig erkannt habe. Der Gang der Geschichte der Philosophie entspreche dabei im Großen und Ganzen der Entwicklung der logischen Gedankenbestimmungen, sodass sie sich in der Wissenschaft der Logik zusammenfasse. Damit schließt sich der Kreis: das Ende des Systems ist die Rückkehr in seinen Anfang.

A. Gulyga, Georg Wilhelm Friedrich Hegel , Frankfurt/M. 1974

O. Pöggeler (Hg.) Hegel. Einführung in seine Philosophie , Freiburg / München 1977

V. Hösle, Hegels System , 2 Bde., Hamburg 1988

Ch. Taylor, Hegel , Frankfurt/M. 1983

H. Schnädelbach, Hegel zur Einführung , Hamburg 1999

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt