Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Wulff D. Rehfus

Vorstellung

Ein im Bewusstsein vorhandenes ›Bild‹ eines außerhalb des Bewusstseins vorhandenen Seienden (Sein). Descartes hat mit der Annahme gebrochen, dass die Wirklichkeit in einem passiven Erkenntnisakt korrekt im Bewusstsein des Menschen abgebildet werde. In seiner Diskussion des ›empirischen Zweifels‹ merkt er an, dass die Sinneswahrnehmungen täuschungsanfällig sind, sodass die Erfahrung keine sichere Quelle für wahre Erkenntnis abgeben kann. Zwar hat der Mensch cogitationes (Vorstellungen) der Außenwelt in verschiedenen Deutlichkeitsgraden in seinem Bewusstsein, dies bedeutet aber nur, dass es sicher ist, dass im Vollzug des Denkaktes etwas vorhanden ist, was diesen Denkakt vollzieht, nämlich die res cogitans , das Ich. Die Gewissheit des Denkvollzugs bezieht sich jedoch nicht auf die Wahrheit des Inhalts des Gedachten (cogitationes ). Es könnte sogar sein, dass der Bewusstseinsinhalt ein Produkt des Bewusstseins selbst ist, dem kein semantischer Gehalt außerhalb und unabhängig vom Bewusstsein korrespondiert (Solipsismus). Damit löst sich für Descartes die Wirklichkeit auf in Vorstellungen des denkenden Subjekts über die Wirklichkeit, ohne dass der Wahrheitsgehalt der Vorstellungen gesichert ist. Für Kant ist es der Skandal der Philosophie, dass es ihr noch nicht gelungen sei, die Außenwelt zu beweisen. In seiner Kritik der reinen Vernunft legt er dar, dass die Erkenntnis des Menschen auf apriorischen Vorstellungsformen beruht, im Rahmen derer der Mensch Sinnesdaten überhaupt nur wahrnehmen kann, nämlich Raum und Zeit. Diese raum-zeitlichen Affektionen (Anschauungen) werden von der Einbildungskraft zu Vorstellungen geformt, mittels der Kategorien (Quantität, Qualität, Relation und Modalität) zu (empirischen) Begriffen geordnet, die ihrerseits die Welt so konstituieren, wie sie dem Menschen nun einmal erscheint. Wobei es nicht möglich ist, von der dem Menschen erscheinenden Welt auf die Welt ›an sich‹ zu schließen. Die Vorstellungen sind also bei Kant vorbegriffliche Konstituierungen empirischer Entitäten (Seinseinheiten) aus der Mannigfaltigkeit der Anschauung im Bewusstsein des Menschen. Diesen Gedanken griff Schopenhauer auf. Für ihn ist die Welt ›an sich‹ Wille und die Welt ›für uns‹ Vorstellung. Dies besagt, dass die Welt immer schon Objekt in Beziehung auf ein Subjekt ist, wobei Subjekt und Objekt korrelative Begriffe sind. Das Subjekt erfährt sich dabei in doppelter Weise, nämlich auf der einen Seite als Vorstellung wie jedes andere Objekt, zugleich aber, als Leib, auch als Wille.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt