Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Wulff D. Rehfus

Voluntarismus

Von lat. voluntas , ›Wille‹: Der Soziologe Ferdinand Tönnies prägte diesen Ausdruck 1883 und meinte damit eine Denkrichtung, die den Willen als das grundlegende Prinzip der Gesamtheit des Seins und des Seienden betrachtet. So ist für Schopenhauer der Wille das oberste Weltprinzip. Die Welt, die für uns als Vorstellung erscheint, ist ›an sich‹ Wille. Sie ist für uns Vorstellung, weil für den Menschen der Erkenntnisakt strukturell immer der Bezug eines Subjektes auf ein Objekt ist, sodass beide stets zusammen gedacht werden müssen. Da sich das Subjekt auch selbst erfahren kann, ist das Subjekt zugleich sein eigenes Objekt. Damit wird das Subjekt als Objekt Vorstellung (nämlich des Subjektes), und als Leib (an sich) ist es Wille. Der Wille ist das ›Ding an sich‹, und liegt damit außerhalb der Vorstellung, d. h. außerhalb von Raum, Zeit und Kausalität. Innerhalb von Raum, Zeit und Kausalität ist der Wille dem principium individuationis unterworfen und entfaltet sich als Wille zum Leben. Als solcher tritt er in den unterschiedlichen Objektivationsstufen auf, von den Naturkräften bis hin zur Musik, die Schopenhauer als die unmittelbare Objektivation des Willens gilt. Der Wille als Lebensprinzip macht das Leben zum Drang und zum Leiden, dem nur zu entkommen ist, wenn es gelingt, den Willen zu verneinen. Der Sache nach ist das voluntaristische Denken schon in der Stoa und der Scholastik insofern vorweggenommen, als etwa für Augustinus der Wille das grundlegendere Prinzip vor dem Denken ist. Ein Lehrsatz des Duns Scotus lautete voluntas vult , der Wille will. D.h. der Wille ist die causa prima allen Seins.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt