Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Thomas Zwenger

Toleranz

Von lat. tolerare , ›ertragen, dulden‹: Seit der Aufklärung (A Neuzeit – Aufklärung; Vorläufer gab es im Hellenismus) wurde der Mensch als solcher gattungsmäßig als vernunftbegabtes Wesen angesehen, sodass die Differenzen zwischen den Kulturen, Zeiten und Völkern hinter der zeit- und kulturinvarianten Vernunft zurücktraten. Entsprechend entdeckte man den Universalismus und das Weltbürgertum. Dies war die Grundlage einer grundsätzlichen Respektierung des Menschen als solchem, dessen nationale, gesellschaftliche, kulturelle und individuelle Eigenheiten nun als Ausprägungen der einen Vernunft verstanden werden konnten und nicht mehr als ›barbarisch‹ abgelehnt werden mussten. Damit konnten abweichendes Verhalten, andere Sitten und fremde Gewohnheiten, ja selbst unterschiedliche Anschauungen und andere Religionen akzeptiert werden. Allerdings wurden auch Einwände gegen die praktizierte Toleranz erhoben, die alle darauf hinauslaufen, dass es Grenzen der Toleranz gibt, nicht alles dürfe geduldet werden. So ende die Toleranz genau dort, wo Positionen geduldet werden sollen, die Toleranz zerstören. Toleranz darf Intoleranz nicht dulden. Ohne eine Toleranzdebatte zu führen, gaben Kants Formulierungen des kategorischen Imperativs Argumente für die Einschränkung von Toleranz. So finden subjektive Maximen ihre Grenzen dort, wo sie nicht verallgemeinerungsfähig sind oder wo sie die Würde eines Menschen dergestalt verletzen, dass der Mensch nicht als Zweck in sich, sondern als Mittel gesehen und behandelt wird. Für Popper endet die Toleranz dort, wo die »offene Gesellschaft« gefährdet ist, weil sie von einer »geschlossenen Gesellschaft« abgelöst werden soll. Und Herbert Marcuse entwickelte den Begriff der »repressiven Toleranz«, die ihrerseits nicht toleriert werden dürfe, denn sie unterstütze bestehende Herrschaftsverhältnisse.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt