Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Wulff D. Rehfus

Subjekt

Lat. subiectus , ›unterworfen, unterlegt‹; Übersetzung des griech. hypokeimenon . Aristoteles führte in seiner Metaphysik den Begriff der Substanz (ousia , Wesen) ein, die er aufteilt in die Materie oder den Stoff (hyle ) und die Form (eidos ) bzw. die Gestalt (morphe ). Die hyle ist für ihn dabei das unbewegte, aber durch anderes bewegbare Prinzip der Dinge, das diesen zugrunde liegt: hypokeimenon . Dies Zugrundeliegende ist reine Möglichkeit, Potenzialität (dynamis ), die sich teleologisch in die Aktualität (energeia ) von eidos und morphe verwandelt, die das bewegende Prinzip der Dinge sind und deren bleibendes Wesen darstellen. Beide Momente zusammen, Stoff und Form, nennt Aristoteles synolon , aus dem lat. concrescere (zusammenwachsen) wurde, im Deutschen heißt das Gemeinte das ›Konkrete‹. Der Subjekt-Begriff machte in der Neuzeit (A) mit der Bewusstseinsphilosophie einen erstaunlichen Wandel durch. Gleich blieb, dass unter Subjekt dasjenige verstanden wurde, was einer Sache als solcher zugrunde liegt, was sie also zu dem macht, was sie ist. War das hypokeimenon des Aristoteles jedoch als Substanz gedacht, die völlig unabhängig vom Menschen und seiner Erkenntnis existierend angenommen wurde, wird das erkennende Ich, die res cogitans des Descartes, zum neuen hypokeimenon der Dinge. Für Descartes nämlich löst sich die objektiv vorhandene Wirklichkeit auf in Vorstellungen des denkenden Subjektes über die Wirklichkeit. Damit wird der Mensch zum Bestimmungsgrund der Dinge, wie dies schon von Protagoras im Homo-mensura-Satz ausgedrückt worden war. »Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.« Allerdings präzisiert dann Kant in seiner kopernikanischen Wende, dass zwar der Mensch im Erkenntnisakt die Welt tatsächlich konstituiert, jedoch nicht die Welt an sich, sondern die Welt, so wie sie dem Menschen erscheint. In der Neuzeit verschmilzt der Begriff des Subjektes mit dem des logischen Ich und wird zum Gegenbegriff des Objektes, sodass beide nur noch in einem kontrastiven Zusammenhang gedacht werden. »Ich setzt Ich und Nicht-Ich«, wie Fichte erklärte. Daraus ergibt sich das Problem, wie weit Objektivität überhaupt noch unabhängig vom Subjekt gedacht werden kann. Deshalb wird häufig auf den Begriff des Objektiven (im Sinne einer subjektunabhängigen Wahrheit) verzichtet, und statt dessen von Intersubjektivität und Transsubjektivität gesprochen, um zu verdeutlichen, dass Aussagen zwar vom erkennenden Subjekt getroffen werden, dennoch aber Allgemeingültigkeit (zwischen den Menschen, bzw. über das Subjekt hinaus) beanspruchen.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt