Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

Das utb-Online-Wörterbuch Philosophie bündelt das gesamte Grundlagenwissen zu Epochen, Personen, Strömungen und Begriffen der Philosophie. Das Philosophielexikon enthält über 1000 Artikel, die  von ausgewiesenen Fachleuten verfasst wurden. Sie sind urheberrechtlich geschützt.

Mehr über das Lexikon erfahren

Dr. Eva-Maria Sewing

Spiel

Im Gegensatz zu Arbeit eine Tätigkeit ohne bewusste Zwecksetzung, die aus reinem Vergnügen an der Tätigkeit als solcher vollzogen und im Allgemeinen mit Lustempfindung verbunden ist. Neben der Freiheit von Ziel- und Zwecksetzungen beschreibt der Erziehungswissenschaftler Hans Scheuerl den Scheincharakter des Spiels, seine relative Geschlossenheit hinsichtlich der Regeln, zugleich seine zu permanenter Selbstwiederholung tendierende zirkuläre Struktur sowie die Neigung des Spielenden zu zeitentrückter Gegenwärtigkeit als Grundmerkmale des Spiels.

In Abkehr von Tendenzen, die das Spiel vor allem auf die kindliche Entwicklungsphase beschränken, ist die These, hier handle es sich um ein prinzipielles menschliches Grundverhalten, heute allgemein anerkannt. Als solches sieht man im Spiel eine Quelle von Kreativität und Flexibilität, Selbständigkeit und Selbstvertrauen und erkennt insbesondere seine Bedeutung für die menschliche Kultur (Huizinga). Die wichtigsten psychologischen Theorien verstehen das Spiel als Ausdruck eines Kraftüberschusses (Spencer), als Rekapitulation menschlicher Kulturentwicklung (Hall), als Übung von Anlagen und Instinkten (Groos), als Erholung und Entlastungshandlung (Lazarus) oder psychoanalytisch als Affekt- und Triebabfuhr und insofern als Hilfe zur Realitätsbewältigung (Freud).

Der philosophische Begriff des Spiels wurde im deutschen Idealismus (A) anthropologisch als Kategorie des Schönen geprägt. Kant spricht vom harmonischen Spiel zwischen Einbildungskraft und Verstand. Für Schiller vermittelt das Spiel zwischen den Bereichen der Notwendigkeit und der Freiheit und wird so im ästhetischen Spiel zum Ausdruck von Humanität. Beiden erhält sich im Spiel ein utopischer Appell an menschliche Totalität. Durch seine Autonomie als Freiheit von Zweckrationalität birgt es kulturkritisches Potenzial. Zeitgenössische philosophische Theorien nehmen die anthropologische Deutung des Spielbegriffs auf. Für Huizinga basiert die Kultur überhaupt auf dem Spielcharakter des Menschen. Die Existenzphilosophie erklärt den Sinn des Daseins ausgehend vom Spiel (Jaspers).

J. Huizinga, Homo ludens , Hamburg 1981

Zurück zur Übersicht

Das Buch

Mehr zum Handwörterbuch Philosophie...

Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

Zum Weiterlesen


Lade Daten...
Buchcover
Autor

Buchtitel

 

Beschreibung

Druck-Ausgabe: 12,95 €
eBook-Ausgabe: 8,97 €

Buchcover
Autor

Buchtitel

 

Beschreibung

Druck-Ausgabe: 12,95 €
eBook-Ausgabe: 8,97 €

Buchcover
Autor

Buchtitel

 

Beschreibung

Druck-Ausgabe: 12,95 €
eBook-Ausgabe: 8,97 €

Buchcover
Autor

Buchtitel

 

Beschreibung

Druck-Ausgabe: 12,95 €
eBook-Ausgabe: 8,97 €

Mehr im UTB-Shop!
 

utb GmbH

Industriestraße 2
D-70565 Stuttgart, Germany

Fon: +49 711 7 82 95 55-0
Fax: +49 711 7 80 13 76
utb(at)utb-stuttgart.de

Impressum
Datenschutzhinweise
Widerrufsbelehrung

Pfeil nach links Zurück zur Website

utb-Homepage

Zum UTB-Online-Shop

Vom Uni-Taschenbuch bis zur e-Learning-Umgebung: Das komplette utb-Angebot für Studierende, Dozenten, Bibliotheken und Buchhandel.

[Zur utb-Homepage]

utb-Online-Shop

Zum UTB-Online-Shop

Ob gedrucktes Buch oder digitale Ausgabe – im utb-Shop finden Sie alle utb-Titel übersichtlich sortiert.

[Zum utb-Shop]

utb bei Facebook

Zur UTB-Facebook-Seite

Gefällt mir! Die Facebook Seite von utb informiert Sie über unsere Aktivitäten. 

 [zur Facebook-Seite von utb]

utb auf Twitter

UTB-Tweed bei Twitter

Aktuelles für Studierende und Dozenten – hier melden wir, was es in der Hochschulwelt Neues gibt.

[Zum utb-Twitter-Tweed]

Eine Übersicht der Websites zu einzelnen utb-Titeln finden Sie auf der Links-Seite.

 

Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt