Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Lothar Aßmann

Sittlichkeit

Einerseits die Fähigkeit des Menschen, sein Handeln an einer sozialen Verbindlichkeit auszurichten, andererseits auch das in die gesellschaftlichen Institutionen eingearbeitete Normengefüge, insoweit es diese soziale Verbindlichkeit unterstützt. Die Begriffe ›moralisch‹, ›ethisch‹ und ›sittlich‹ werden meist synonym gebraucht. In der philosophischen Tradition hat sich jedoch eine differenziertere Verwendungsweise herauskristallisiert. Während man unter Moral die Prinzipien des guten und richtigen Handelns versteht, bezeichnet Ethik eher die Reflexion über die Geltung und Begründung solcher moralischen Grundsätze. Will man das Verhältnis von Sittlichkeit und Moral bestimmen, so kommt man in große Verlegenheit, weil es in der Philosophie unterschiedliche Auffassungen dazu gibt. Eine hat Kant dargelegt. In Abgrenzung gegen alle vorgängigen ethischen Systeme, die den moralischen Wert einer Handlung in der Realisierung eines Ziels sahen, dem in moralischer Hinsicht größte Dignität unterstellt wurde, legte er bei der moralischen Bewertung den Akzent auf die innere Einstellung des Handelnden. Die Handlung ist dann moralisch wertvoll, wenn die Vernunft als guter Wille bestimmend ist. Weil aber die Vernunft nicht einzusehen vermag, dass ein konkretes Ziel erstrebenswert ist, bleibt als Inhalt der Sittlichkeit nur die autonome Selbstbestimmung, die bloße Form der Gesetzgebung, übrig. Neben der Vernunft hat der Mensch nach Kant auch ein Begehrungsvermögen. Dies wiederum bedeutet, dass Gefühle und Triebe mein Handeln beeinflussen können. Da es diesen ›Gegenspieler‹ für die praktische Vernunft gibt, kann sie ihren Einfluss auf das menschliche Handeln nur als Forderung oder Imperativ geltend machen. Das Sittengesetz als oberster moralischer Grundsatz erhält für den Menschen die Form des kategorischen Imperativs.

Nach Hegel ist das kantische Moralprinzip des Gut-sein-Wollens völlig unbestimmt, abstrakt und bedarf somit der Konkretion. Denn das Handeln vollzieht sich in einer historisch vermittelten, gesellschaftlichen Wirklichkeit. In diese muss die abstrakte Moral einfügbar sein. Dies geschieht dadurch, dass sich der bloß subjektive Wille der Moralität freiwillig in eine vernünftig organisierte, gesellschaftliche Ordnung integriert: Die abstrakte Moralität wird zur konkreten Sittlichkeit fortgebildet. Die Stufen dieses Prozesses bezeichnet Hegel mit Familie, bürgerlicher Gesellschaft und Staat. Während also Kant Sittlichkeit als ein rein Inneres, mit der Moralität Identisches betrachtet, ist für Hegel Sittlichkeit eine äußere Objektivation des Geistes in der Gesellschaft.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt