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Holm Bräuer

Physiokratismus

Von griech. physis , ›Natur‹ und kratein , ›herrschen‹: volkswirtschaftliche Theorie, die in Frankreich in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. entwickelt wurde und nach welcher allein die Natur, der Boden, die Quelle aller Reichtümer ist. Deshalb kann nach den Überlegungen der Physiokraten nur der Ackerbau und nicht der Handel der einzige Produzent des nationalen Wohlstands sein. Das Kriterium für die Produktivität der Arbeit stellt die Schaffung eines Mehrwerts dar, der dadurch entsteht, dass die Summe an Gebrauchswerten, die der Arbeiter während der Produktion verbraucht, geringer ist als das, was er durch seine Arbeit schafft. Durch diese Sichtweise entsteht die Vorstellung, dass der Mehrwert, auf dem der gesellschaftliche Reichtum begründet ist, ein alleiniges Ergebnis der Bodenfruchtbarkeit, ein Geschenk des Naturprozesses ist. Im Unterschied zum Handel, wo nur Äquivalente ausgetauscht werden, und der Industrie, in welcher ein Rohstoff umgeformt und die damit verbundene Arbeitsleistung durch Lohn ausgezahlt wird, ist die Landwirtschaft der einzige produktive Wirtschaftszweig. Auf dieser Grundlage unterscheiden die Physiokraten drei Klassen: die produktive Klasse, zu der die Pächter und Bauern gehören, die Grundeigentümer, die sich den erarbeiteten Mehrwert aneignen, und die unproduktive Klasse, zu der Kaufleute, Manufakturbesitzer und die darin arbeitenden Lohnarbeiter gehören. Als Begründer der physiokratischen Lehre gilt Quesnay, dessen Hauptwerk Tableau économique als einer der ersten Versuche, eine Darstellung des Kreislaufs des gesellschaftlichen Gesamtkapitals und des Reproduktionsprozesses zu geben, angesehen werden kann. Weitere Vertreter der physiokratischen Schule waren Mirabeau, Lemercier und der Abbé Baudeau.

Die physiokratische Lehre und die in ihr entwickelten Kategorien bereiteten das Fundament, auf dem sich die Entwicklung der politischen Ökonomie, beginnend von Smith bis zu ihren Kritikern wie Marx und Engels, vollzogen hat.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt