Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Holm Bräuer

Philanthropie

Griech. ›Menschenliebe‹: In der Antike als freundliche Gesinnung der Menschen untereinander, zu der Wohltätigkeit, Milde und Gastwirtschaft gehörten, bekannt. Es war Xenophon, für den der Begriff der Menschenliebe von zentraler Bedeutung war. Sie gilt als ein Merkmal besonderer Persönlichkeiten, als die humanitäre Gesinnung des Mächtigen gegenüber dem Schwächeren. Xenophon wandte den Ausdruck jedoch nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Tiere, Götter und auf die Künste an, sofern sie dem Wohl des Menschen dienen. Für Plutarch steht die Philanthropie an der Spitze aller Tugenden und umfasst alle Lebewesen. Insbesondere die demokratische Verfassung des hellenischen Gemeinwesens und die menschenfreundliche Gesinnung der Bürger gelten für Plutarch als Ausdruck der Menschenliebe, was dem Begriff ›Philanthropie‹ einen demokratischen Akzent verleiht. Wolff und Crusius setzen christliche Nächstenliebe und allgemeine Menschenliebe gleich und erklären diese innerhalb ihrer Konzeptionen des Naturrechts zum Grundprinzip und zur höchsten Pflicht des natürlichen Rechts. In der pädagogischen Reformbewegung der zweiten Hälfte des 18. Jhs. wird der Begriff zu einem Leitprinzip in der pädagogischen Bewegung. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Philanthropismus oder Philanthropinismus, dessen geistiger Vater Basedow 1744 in Dessau eine Schule der Menschenfreundschaft gründete. Während die Menschenliebe von Kant als eine »Maxime des Wohlwollens« ausgezeichnet und von Schopenhauer zu einer der Kardinaltugenden gerechnet wird, bezeichnet Nietzsche die Menschenliebe in der Gestalt, die sie in der christlichen Tradition erlangt hatte, als eine Pseudo-Humanität und macht sie für die allgemeine Dekadenz und Schwäche des gesellschaftlichen Zustandes verantwortlich. Im 20. Jh. ist der Begriff eher ungebräuchlich, an seine Stelle treten Begriffe wie Caritas oder Menschlichkeit.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt