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Holm Bräuer

Paideia

Griech. ›Erziehung‹: Vergleichbar mit dem deutschen Wort Bildung steht paideia in der griech. Antike für den Prozess und das Resultat der lebensdienlichen Anleitung zur Herausbildung der besten Tugenden. Ursprünglich hatte die Paideia die Funktion, besonders die höher gestellten Knaben auf ihr Bestehen in der aristokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Schnell wurde sie aber auch zu einem philosophischen Konzept.

Insbesondere die Vertreter der Sophistik boten gegen Bezahlung eine Unterweisung in Rhetorik, Grammatik, Dialektik und in anderen allgemeinen Disziplinen an. Die Sophisten hatten einen großen Einfluss auf die Entwicklung des griechischen Erziehungsgedankens, doch ihre Stellung blieb ambivalent. Einerseits ist es ihnen zu verdanken, das Bildungsprivileg der aristokratischen Gesellschaft abgeschwächt und die Zugangskriterien nicht allein von der Abstammung abhängig gemacht, sondern auf eine intellektuelle Grundlage gestellt zu haben. Andererseits war das Ziel der sophistischen Ausbildung einseitig auf das Bestehen im politischen Wettbewerb gerichtet, das es dem Schüler ermöglichen sollte, durch eine ausgebildete und verfeinerte Redekunst in politische Führungspositionen zu gelangen. Dagegen bestand für Sokrates das höchste Ziel der Paideia nicht in der Ausbildung praktisch-politischer Lebensstrategien, sondern in der Erziehung zu einer moralischen Lebensführung durch pädagogischen Eros und Dialog.

Platon arbeitet diesen Gedanken in der Politeia zu einem philosophisch-wissenschaftlichen System der geistigen und moralischen Erziehung aus, das auf eine Neugestaltung des staatlichen Lebens in der Polis zielt. Damit wird Platon zum Begründer eines systematischen Bildungsprogramms, welches die umfassende Erziehung zum sittlichen Handeln gegen die einseitige individualistische Ausbildung zur politischen Tüchtigkeit anstrebt. Ziel dieses Bildungsprozesses ist der philosophisch Gebildete, der durch die Idee des Guten zur Einsicht in die Wirklichkeit und vor allem in die politische Realität gelangt ist. Die Einrichtung der Philosophenherrschaft führt zu einer Synthese von Wissen und Macht. Platons Konzeption des idealen Staates ist getragen von dieser universalen Bildungsidee, welche die Polis nach dem Vorbild der platonischen Akademie neu ordnen soll. Der griechische Bildungsgedanke entwickelt sich im Hellenismus zu einem Leitbild der gesamten antiken Welt, dessen geschichtliche Wirkung bestimmend für alle späteren Formen des Humanismus (A Renaissance – Humanismus) von der italienischen Renaissance (A) bis zur deutschen Klassik wird.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt