Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

Das utb-Online-Wörterbuch Philosophie bündelt das gesamte Grundlagenwissen zu Epochen, Personen, Strömungen und Begriffen der Philosophie. Das Philosophielexikon enthält über 1000 Artikel, die  von ausgewiesenen Fachleuten verfasst wurden. Sie sind urheberrechtlich geschützt.

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Dr. Andreas Preußner

Monotheismus

Charakterisierung der Religionen, die nur einen Gott verehren. Es sind dies Judentum, Christentum und Islam. Die philosophische Tradition, sofern sie nicht atheistisch ist, läuft parallel zur Entfaltung des Monotheismus. Wenn der Gott ein über alle Maßen mächtiges Wesen sein soll, wenn er Weltschöpfer oder -erhalter sein soll, kann es keine gleichartige Kraft neben ihm geben, da es sonst entweder zu einer sinnlosen Vervielfachung oder zu einer gegenseitigen Neutralisierung kommen muss. Der Polytheismus ist mit den Gedanken der Metaphysik nicht vereinbar. So kommt es, dass die Hauptströmungen der antiken Philosophie streng monotheistisch sind, während die Menschen der Antike (außerhalb der philosophischen Einstellung) noch Polytheisten sind. Durch die Ausbreitung des Christentums und des Islam wird dieser Gegensatz aufgehoben. Der Monotheismus ist durch seine Abkehr von Göttermythen und dem Glauben an das Zusammenleben von Himmlischen und Irdischen abstrakter als der Polytheismus. Dieser Mangel wird durch die Strenge der philosophischen Gedankenführung ersetzt. Gleichzeitig aber führt die Intellektualisierung der Religion zu einem größeren Abstand zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen. Der alles überragende eine Gott ist sinnlich nicht mehr erfahrbar, sondern ist allein im Glauben anwesend, der von der Philosophie und der sich entwickelnden Theologie unterfüttert wird. So steht der Monotheismus in der Gefahr, einen Dualismus von Glaubenswahrheit und Vernunftwahrheit zuzulassen, wenn die emanzipierte Philosophie zu anderen Ergebnissen kommt als es der ursprüngliche Glaube zulässt. Der Philosophie kommt es somit zu, den Monotheismus zum einen zur Herrschaft gebracht zu haben, zum anderen aber dann an seinen Inhalten zu zweifeln. Bemüht sie sich in dienender Funktion um Beweise für die Existenz Gottes, kämpft sie auf der Gegenseite mit den zum Teil paradoxalen Dogmen einer sich institutionalisierenden Religion.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt