Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Mneme

Griech. ›Erinnerung, Gedächtnis‹: Die Mneme bzw. Mnemosyne ist in der griechischen Mythologie die Mutter der Musen. Die philosophische Auseinandersetzung über die Mneme ist seit Platon nachvollziehbar. Bei ihm ist die Mneme die Bewahrung der Wahrnehmung. Aber es ist die Wahrnehmung, die Körper und Geist gemeinsam berührt hat. Wiedererinnerung findet nur dann statt, wenn die Seele in sich selbst dasjenige wieder aufnimmt, was ihr zusammen mit dem Körper begegnet ist. Da aber jede Begierde und jedes Streben auf der Mneme beruht, kann sie als das Grundprinzip des Lebendigen bezeichnet werden. Sie ist das Vermögen, das die Wahrnehmungen in ihrer der Seele zukommenden Form bewahrt hat und insofern mit ihnen zusammenfällt. Bei Aristoteles ist die Mneme keine Tätigkeit der Seele allein, sondern gehört zu dem, was ihr mit dem Körper gemeinsam ist. Weil die Mneme wesentlich auf das Vergangene geht, erinnern sich die Lebewesen mit dem Vermögen, mit dem sie die Zeit wahrnehmen. Von besonderer Bedeutung ist, dass die Mneme zu demselben Seelenteil gehört wie die phantasia (das Vorstellungsvermögen). Nur das von der phantasia bereit Gehaltene kann deshalb erinnert werden. Das Erinnern ist somit das Haben einer Vorstellung, und zwar dieser als eines Bildes dessen, wovon sie Vorstellung ist. In der Neuzeit (A) hat Hegel den Gedanken der Mnemosyne aufgegriffen. Er betrachtet sie als eine Gestalt des Selbstbewusstseins des Geistes in griechischer Vorzeit. Insofern ist sie das Pathos des Sängers. Als dieses ist die Mnemosyne nicht betäubende Naturmacht, sondern die Erinnerung des Wesens und Ursprungs des Seins. So kann die Mnemosyne für Hegel der Ursprung von Schrift- und Tonsprache sein, da durch sie eine freie Verknüpfung äußerer Vorstellungen mit geistigen Bedeutungen erzeugt wird. Heidegger benennt die Mnemosyne – im Rückbezug auf Hölderlin – als den Quellgrund des Dichtens, insofern sie das gesammelte Andenken an das zu Denkende ist. So wird sie zu einem Synonym für das, was Heidegger in seiner Spätphilosophie Denken nennt.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt