Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Maxime

Der Begriff ist in der Philosophie sehr vielgestaltig. Ursprünglich stammt er aus der Logik, wo eine propositio maxima soviel wie einen höchsten und obersten Satz meint, der keines Beweises bedarf, sondern gerade hilft, zweifelhafte Sätze zu beweisen. Von diesem formalen Ausgangspunkt her erstreckt sich die Maxime dann vor allem auf den praktisch-moralischen und den moralistischen Bereich. Die wichtigsten Ausformungen hat die Maxime durch La Rochefoucauld und Kant erhalten. In der Moralistik La Rochefoucaulds ist die Maxime zum Aphorismus in der Form der Sentenz gestaltet. Die Maximen sind zumeist einzelne, einfach gebaute Sätze, die einen oft provokanten Gehalt besitzen. Dadurch entsteht für den Leser ein Interpretationsbedürfnis, das ihn zwingt, sich selbst Gedanken über den in der Maxime ausgesprochenen Gedanken zu machen. So wird die Maxime – als Aphorismus – eine eigene literarische Form. Der Gegenstandsbereich ist stets das Menschlich-Zwischenmenschliche, der sich durch seine Komplexität dem in der Philosophie sonst üblichen Traktatstil entzieht.

Dadurch dass jede Maxime für sich allein steht, ergibt sich eine Vielfalt von Perspektiven, die nicht durch einen übergeordneten Totalstandpunkt vereinigt werden können. So ergibt sich eine äußerst große Phänomenfülle, die nicht durch den Zwang systematischer Vereinheitlichungen verkürzt wird. Jede Maxime beleuchtet einen Aspekt des Menschlichen, der durchaus im Widerspruch zu anderen Aspekten stehen kann. So kommt es, dass jede Maxime ihr je eigener ›oberster Satz‹ ist und somit keinerlei Hierarchie möglich ist. Für die Philosophie bedeutet dies einen Gewinn an Darstellungsmöglichkeiten, da das diskursive Denken aufgrund seiner Gerichtetheit immer Lücken offen lassen muss. Ganz anders gebraucht Kant den Begriff Maxime. Für ihn ist sie das subjektive Prinzip des Wollens. Sie nimmt in seiner praktischen Philosophie gewissermaßen die Mittelstellung zwischen dem objektiven Prinzip (dem praktischen Gesetz) und der Handlung ein. Da eine Handlung geordnetes Tun ist, bedarf es einer Regel, um es in Gang zu bringen. Das praktische Gesetz ist in seiner Formalität nicht geeignet, konkretes Handeln zu bestimmen. So treten die Maximen als inhaltlich bestimmte Regeln dazwischen. Die Frage, die sich dabei stellt, ist, ob eine Maxime moralisch ist oder nicht. Der Prüfstein dafür ist der kategorische Imperativ. Eine Maxime ist dann moralisch, wenn sie sich widerspruchsfrei verallgemeinern lässt, d. h. wenn jedermann angesonnen werden kann, nach ihr zu handeln; lässt sie sich nicht verallgemeinern, verfällt sie dem Widerspruch und erweist sich so als unmoralisch.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt