Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Materie

Im philosophischen Kontext in mehreren Bedeutungsvarianten anzutreffender Begriff. Ursprünglich meint er so etwas wie Holz, mit dem man etwas bauen kann, also den Rohstoff für alle möglichen Verrichtungen. Als genuin philosophischer Begriff taucht Materie dann auf, wenn sie als ein Prinzip genommen wird. Sie tritt dann in den Gegensatz zur Form ein, wodurch sich ein kaum zertrennliches Wechselspiel ergibt: Jeder Gegenstand ist geformter Stoff, d. h. die Materie muss gestaltet sein, die Form bedarf eines Wohinein für ihren Ausdruck. Die reine ungeformte Materie ist ein Grenzbegriff der Philosophie, dem aber nichts in der Wirklichkeit entspricht. Also muss die Materie eingebunden sein in ein Wechselspiel von verschiedenen Prinzipien, von denen sie eines ist. Aristoteles erklärt in seiner Vier-Ursachen-Lehre die Materie (hyle ) zu einem der Prinzipien, die für das Zustandekommen eines Seienden (Sein) verantwortlich sind. Zur Materie treten hier Form (morphe ), Anfang der Bewegung (arche tes kineseos ) und der Zweck (telos ). In der Konzeption des Materialismus wird die Materie zum einzigen Prinzip – neben ihrer eigenen Bewegtheit – erhoben. Alle anderen Prinzipien sind dann nichts als bloße Erscheinungen bewegter Materie. Dabei stellt sich die Frage, wie die Materie beschaffen sei, besonders dringlich. Die nicht-materialistische Philosophie, die der Form den Vorrang einräumt, kann die Materie ohne besondere Bestimmtheit als stoffliches Etwas nehmen. Rückt sie jedoch ins Zentrum der philosophischen Welterklärung, muss gezeigt werden, was Materie wirklich ist. Das Problem, das sich sofort stellt, ist das der Teilbarkeit und ihrer Grenze. Wenn ein Stoff zerschnitten werden kann, so fragt sich, ob dies bis ins Unendliche fortsetzbar ist oder ob es letzte unteilbare (atomare) Stücke gibt, die sich der Teilung widersetzen. Eine sehr nahe liegende Vermutung ist, dass es solide Teilchen gibt, die gleichsam die Bausteine für die ganze Welt sind. Diese Atome genannten Materiestückchen müssen dann die Fähigkeit besitzen, sich miteinander zu verbinden, um größere Körper bilden zu können. Die entgegengesetzte Vorstellung besagt, dass die Materie unendlich teilbar ist. Dann hängt es lediglich vom jeweiligen Kraftaufwand ab, wie weit man die Teilung betreiben möchte. Der Gegensatz dieser beiden Ansichten spiegelt den Zustand der modernen Naturwissenschaft. Auf der einen Seite glaubt ein Teil der Physiker, die letzten Bausteine der Materie ausgemacht zu haben, auf der anderen Seite wird die Meinung vertreten, dass jeder Erfolg in der Auffindung elementarerer Teilchen nur dazu führt, die Suche noch weiter zu treiben, ohne dass ein Ende in Sicht sei.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt