Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Macht

Im philosophischen Sprachgebrauch wird der Begriff in mehreren Weisen benutzt, am allgemeinsten in der Bedeutung ›Vermögen‹: Macht ist dasjenige, wodurch ein Mögliches in die Wirklichkeit überführt werden kann. Diese Bedeutung nimmt dann in den verschiedenen Bereichen eine spezifischere Gestalt an. In der Metaphysik bedeutet Macht eine sich selbst erhaltende Kraft, die auf anderes wirkt, ohne selbst einer fremden Kraft zu bedürfen. So ist die Selbstmächtigkeit ein Charakteristikum der Substanz, während die Akzidenzien insofern machtlos sind, als sie immer einer Substanz als Träger bedürfen. In der rationalen Theologie ist die Allmacht eines der wichtigsten Kennzeichen Gottes. Als unendlichem Wesen ist ihm keine Schranke gesetzt, weshalb er – ohne Einbindung in die Gesetze der Natur – alles erwirken kann. Am prominentesten ist der Begriff Macht jedoch in der politischen Philosophie hervorgetreten. In der Diskussion über die richtige Staatsform steht die Frage nach der Verteilung von Macht im Zentrum. Dabei ergeben sich natürlicherweise drei Möglichkeiten: die Macht liegt bei einem, bei einigen oder bei allen. Die Macht kann nun in allen drei Fällen gut, d. h. zum Nutzen aller, oder schlecht, d. h. nur zum Nutzen der Regierenden ausgeübt werden. Daraus ergeben sich sechs Formen der Machtausübung: Monarchie – Tyrannis, Aristokratie – Oligarchie, Demokratie – Pöbelherrschaft. Es ist daher zunächst nicht die Frage entscheidend wie viele Menschen eines Gemeinwesens die Macht ausüben, sondern mit welcher Haltung sie dies tun. Im Falle des Misslingens der Machtausübung droht immer der Aufstand der Benachteiligten, die dann, wie etwa bei einer Revolution, die Macht neu verteilen. Zur Errichtung und zum Schutz einer gerechten Ordnung ist es daher von Vorteil, die Gewalten zu teilen, sodass die Gefahr von Übergriffen verringert wird. Wenn nämlich die gesetzgebende, die rechtsprechende und die ausführende Gewalt nicht in einer Hand liegen, ist eine wechselseitige Kontrolle möglich, wodurch die Freiheit des Einzelnen gegenüber der Staatsmacht gestärkt wird. Die Gewaltenteilung ist Motor sowohl des wirtschaftlichen als auch des politischen Liberalismus. Erst wenn durch Monopolisierungen die Macht wieder konzentriert wird, hebt sich das liberale Prinzip selbst wieder auf.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt