Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Lust – Unlust

Das Begriffspaar erscheint im philosophischen Kontext auf mehrfache Weise. Die Lust erscheint im Hedonismus (griech. hedone , ›Lust‹) als Prinzip der Lebensführung. Die sinnliche Lust ist hier das Ziel des menschlichen Handelns. Es kommt dabei darauf an, die Empfindungen, die als Bewegungen gedacht werden, möglichst sanft zu genießen, wodurch Lust entsteht, während heftige Empfindungen als Unlust empfunden werden. In der aristotelischen Philosophie wird der sinnlichen Lust die Lust der theoretischen, d. h. betrachtenden Lebensführung übergeordnet. Sie ist nicht von äußeren Umständen abhängig, sondern verdankt sich der geistigen Tätigkeit, die sich mit den höchsten, unwandelbaren Dingen beschäftigt. Die Lust wird nicht um ihrer selbst willen angestrebt, sondern stellt sich mit ein. Gänzlich verworfen wird die Lust von der Stoa. Ihre Vertreter sehen in der Lust einen Affekt, der nichts weiter als ein falsches Urteil über die Anwesenheit eines vermeintlichen Guten ist. Der stoische Philosoph verzichtet auf die Lust, da sie ihm den Weg zum sittlich Guten verstellt. An ihre Stelle tritt hier der Stolz über die tugendhafte Lebensführung. Einen ganz anderen Stellenwert gewinnen Lust und Unlust in der Transzendentalphilosophie Kants. In der Unterscheidung der gesamten Vermögen des Gemüts steht das Gefühl der Lust und Unlust neben dem Erkenntnisvermögen und dem Begehrungsvermögen. Somit eröffnet sich auch die Ästhetik als eigenständige Disziplin der Philosophie. Das Gefühl der Lust oder Unlust ist mit zwei verschiedenen Bereichen verknüpft: zum einen mit dem des Angenehmen und Unangenehmen, zum anderen mit dem des Schönen und Hässlichen. Ersterer erstreckt sich auf die Gegenstände, die mit dem Interesse an ihrem tatsächlichen Vorhandensein verbunden sind, Letzterer auf die, die dem interesselosen Wohlgefallen geöffnet sind. Ein Gegenstand kann also als angenehm beurteilt werden (etwa eine leckere Speise), was mit dem Gefühl der Lust einhergeht, oder als unangenehm (etwa bittere Medizin), was mit dem Gefühl der Unlust verbunden ist. Die Lust im Bereich des Schönen ist an die formale Zweckmäßigkeit des beurteilten Gegenstandes gebunden (Geschmacksurteil).

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt