Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Liebe

Spielt in den philosophischen Teildisziplinen eine je eigentümliche Rolle. Am ursprünglichsten tritt sie als kosmologisches Prinzip in Erscheinung. Hier meint sie die einende und bändigende Kraft des von sich her Ungestalten und Auseinanderstrebenden. In einer dualistischen Variante kann die Liebe auch als Gegenpol zum Hass auftreten, was soviel wie den Gegensatz von Anziehung und Abstoßung bedeutet. Einen besonderen Rang nimmt die Liebe (eros ) bei Platon ein. Er nimmt sie nicht als die uralte Schöpferkraft, sondern als ein Begehren. Dieses aber entspringt einem Mangel: Deshalb kann die Liebe kein Gott sein. Sie ist aber auch nichts dem Menschen zu Gebote Stehendes, denn er begehrt ja in der Liebe etwas, was er nicht besitzt. Das Begehrte aber ist das Schöne, zu dessen Wesen es gehört, dass sich in ihm das Gute zeigt. Die Liebe ist ein Mittleres zwischen Göttern und Menschen. Als Begehrendes ist sie zwar der Schönheit verhaftet, doch nicht selber schön; ihre Natur ist die des Dämons. Doch die so verstandene Liebe kennzeichnet auch den Philosophen, der in seinem Erkenntnisdrang zwischen Wissen und Nichtwissen steht. Im Bereich der Moralphilosophie findet die Liebe – bei Kant – ihren Ort in der Tugendlehre. Sie wird hier nicht als Gefühl verstanden, d. h. als Lust an der äußeren Vollkommenheit anderer Menschen, sondern als Maxime des Wohlwollens, die das Wohltun zur Folge hat. Daraus ergibt sich die Pflicht der Nächstenliebe: Sie ist die Pflicht, die Zwecke anderer, sofern diese nicht unsittlich sind, zu den eigenen zu machen. Die Pflicht der Achtung des Nächsten ist in der Maxime enthalten, keinen Menschen bloß als Mittel zu den eigenen Zwecken herabzuwürdigen. Die Menschenliebe (Philanthropie) ist nicht die Liebe des Wohlgefallens an anderen, sondern das tätige Wohlwollen. Die praktische Menschenliebe ist die Pflicht aller Menschen gegeneinander. Dabei geht es nach dem ethischen Gesetz der Vollkommenheit: Liebe deine Nebenmenschen als dich selbst – ob diese nun liebenswürdig sind oder nicht.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt