Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

Das utb-Online-Wörterbuch Philosophie bündelt das gesamte Grundlagenwissen zu Epochen, Personen, Strömungen und Begriffen der Philosophie. Das Philosophielexikon enthält über 1000 Artikel, die  von ausgewiesenen Fachleuten verfasst wurden. Sie sind urheberrechtlich geschützt.

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Dr. Andreas Preußner

Leib

Darunter versteht man einen Körper, der sich vor den bloß materiellen Dingen dadurch auszeichnet, dass er beseelt ist. Im engeren Sinne wird nur der menschliche, lebendige Körper Leib genannt. Das Besondere am Leib ist, dass er das ›absolute Hier‹ darstellt, von dem sich das wahrnehmende Bewusstsein nie fortbewegen kann. Diese völlige Distanzlosigkeit macht die enge Verschlungenheit von Leib und seelischem Vermögen deutlich. Aber es zeigt sich auch eine gewisse Doppelwendigkeit: Zum einen ist der Leib als Körper ein Naturding, das den Gesetzen der Physik (und anderer Wissenschaften) genauso unterliegt wie alle andere Materie auch. Das wohl sprechendste Beispiel dafür sind die Krankheiten, die den Körper in seinen Funktionen so beeinträchtigen, wie fehlende oder schadhafte Teile einer Maschine. Deshalb kann der radikale Materialismus den menschlichen Körper auch als Maschine betrachten, die lediglich durch ihre besonderen Gehirnfunktionen von anderen unterschieden ist. Zum anderen ist der Leib aber immer an psychische Vorgänge gebunden, die es ihm ermöglichen, sich geordnet zu bewegen. Die Leiblichkeit des Menschen kann in zwei Richtungen bewertet werden. In der philosophischen Tradition gibt es – besonders geprägt durch Platon und das Christentum – eine starke Tendenz zur Leibfeindlichkeit. Diese resultiert aus der Fähigkeit des Leibes, empfänglich für die Reize der Sinnenwelt zu sein. Dadurch entsteht eine Beeinflussbarkeit von außen her, die für das Heil der Seele insofern abträglich ist, als sie von der ihr eigentlich zukommenden Tätigkeit ablenkt und das körperliche Wohlergehen (Lust, Sinnenfreude) in den Vordergrund stellt. Auf der anderen Seite wird aber auch die lebensfördernde Kraft des Leibes akzentuiert (mens sana in corpore sano – ›ein gesunder Geist in einem gesunden Körper‹), was die untrennbare Einheit des stofflichen und des geistigen Wirkens hervorhebt.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt