Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Kunst

Im ursprünglichen Sinne bezieht sich Kunst auf jedes Hervorbringen von etwas, das nicht auf natürliche Weise zustande gekommen ist. So ist jedes Handwerk insofern eine Kunst, als hier durch menschliches Wirken etwas geschaffen wird. Dabei ist Handwerk nicht eng zu fassen, sondern kann auch auf Bereiche übertragen werden, bei denen kein Gegenstand erzeugt wird (z. B. die ärztliche, politische, militärische Kunst). Immer aber geht es darum, dass ein Wissen da sein muss, von dem der seine Kunst Beherrschende geleitet wird. Die Kunst ist insofern eine Technik (griech. techne , ›Kunst‹), als ein erlernbarer Stoff vermittelt werden kann, wobei durch Neuerungen und Erfindungen jede Kunst der Perfektionierbarkeit geöffnet ist. Im engeren Sinne ist Kunst jedoch dasjenige Können, durch das Kunstwerke entstehen oder zur Aufführung gebracht werden. Hier erhebt sich der Künstler über den bloßen Handwerker, da er zu seiner Tätigkeit eines besonderen Talents, eines ingeniums , oder sogar eines Genies bedarf. Sein Werk ist das Schöne, sei es als bleibender, geformter Stoff (wie z. B. Gemälde, Plastiken) oder als mit ihrer Entstehung auch wieder verschwindende Gestaltung (wie z. B. Gesang, Tanz). Die Quellen des künstlerischen Schaffens in diesem Sinne sind vielfältig auszumachen. Einleuchtend ist zunächst die Orientierung des Künstlers an der Natur: In ihr findet er Material, das ihm zur Nachbildung und Verbesserung gegeben ist. Doch darf wahre Meisterschaft nicht bei platter Abschilderung bleiben, was einer langweiligen Verdopplung der Natur gleichkäme, sondern es geht um das Heraustreiben des Wesentlichen des Nachgeahmten. So soll etwa der gemalte Löwe nicht bloß zeigen, dass der Künstler sich auf detailgenaue Übertragung versteht, sondern dass er das Löwenhafte selbst erkannt und dargestellt hat. Eine der Natur gleichrangige Quelle ist die menschliche Fantasie. Hier löst sich die Kunst von den Vorgegebenheiten der Natur oder (in der Literatur) der tradierten Stoffe. Das Werk wird hier zum Ausdruck der je eigenen Gedankenwelt des nun als Genie gedachten Künstlers. Dieser ist ein Günstling der Natur und hat die angeborene Gemütslage, durch welche sie der Kunst die Regel vorschreibt (Kant). Der Künstler der Genieästhetik erfährt somit eine starke Aufwertung, da er nun nicht mehr als Handwerker von hohen Graden, sondern als Mensch mit überragenden geistigen Fähigkeiten angesehen wird. Die Schwierigkeit des Geniegedankens liegt in der mühsameren Nachvollziehbarkeit seiner Einfälle. So kommt es im Gefolge der gesteigerten Künstlerindividualität immer wieder zu der Frage, was noch Kunst und was übersteigerter Eigensinn des ›Genies‹ sei.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt