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Dr. Thomas Blume

Indetermination

Begriff zur Bezeichnung der Lehrmeinung, dass sich bestimmte physikalische Zustandsgrößen nicht vollständig messen und eindeutig berechnen lassen. Hatte noch der französische Mathematiker und Astronom P. S. Laplace angenommen, dass sich aus dem gegenwärtigen Zustand der Welt die Zukunft eindeutig vorhersagen lasse, weil sich aus der bekannten Ausgangslage und Ausgangsgeschwindigkeit aller Massen mittels physikalischer Gesetze eine bestimmte Endlage ermitteln lasse, so hat sich innerhalb der Quantenmechanik gezeigt, dass eine gleichzeitige Bestimmung von Ort und Impuls oder Zeit und Energie nicht möglich ist. Messungen im Bereich der Mikrophysik sind stets mit einer prinzipiell unaufhebbaren Unschärfe behaftet. Damit ist es auch bei noch so genauen Messgeräten nicht möglich, die Anfangsbedingungen eines physikalischen Systems so festzulegen, dass sich daraus ein bestimmter Endzustand eindeutig vorhersagen ließe.

Innerhalb der praktischen Philosophie versteht man unter Indetermination die Auffassung, dass menschliches Handeln nicht vollständig durch naturgesetzliche Vorgänge vorherbestimmt ist. Mit dem Aufkommen eines mechanistischen Weltbildes im 17. Jh. rückte zunehmend die Frage in den Mittelpunkt der moralphilosophischen Überlegungen, ob es so etwas wie Willensfreiheit überhaupt gebe. Sowohl Identitätstheoretiker wie Spinoza als auch Materialisten wie La Mettrie haben das bestritten. Für Letzteren ist der Mensch nichts weiter als eine Maschine. Eine originelle, wenngleich nicht unproblematische Lösung des Problems der Willensfreiheit findet sich bei Kant. Für Kant ist der Mensch Bürger zweier Welten, einer noumenalen und einer empirischen. Trotz der Tatsache, dass in Letzterer strenge Naturgesetzlichkeit herrscht, hat der Mensch einen freien Willen, weil er aus der noumenalen Welt heraus, der er ebenfalls angehört, in der empirischen Welt eine Reihe von Ursachen neu beginnen kann. Die Fähigkeit des Menschen, eine Ursachenreihe neu zu beginnen, bezeichnet Kant als »Kausalität aus Freiheit«, während die im Bereich des Natürlichen herrschende Kausalität von ihm als »Kausalität nach den Gesetzen der Natur« bezeichnet wird.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt