Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Lic. phil. Gerhild Tesak

Gutes

Kann als der allgemeinste Wertbegriff bezeichnet werden. Innerhalb der Philosophie wird es von drei verschiedenen Disziplinen untersucht: der Sprachtheorie, der Metaphysik und der Ethik. Das Ziel der sprachtheoretischen Untersuchung besteht darin, den Begriff durch die Analyse seines Gebrauchs im sprachlichen Kontext einer näheren Bestimmung zugänglich zu machen. Wie diese Analyse zeigt, verschließt sich der Begriff durch seine breite Verwendung jeder allgemeinen inhaltlichen Bestimmung. Der einzige gemeinsame Bezugspunkt kann in der Verwendung des Prädikats ›gut‹ gefunden werden, insofern dadurch in allen betreffenden Urteilen eine ›Beziehung der Angemessenheit‹ ausgedrückt wird: Ein gutes Pferd ist ein Pferd, das in seinen Eigenschaften der Wesensbestimmung eines Pferdes möglichst nahe kommt. Je nach Verwendungsweise des Begriffs unterscheidet man ein relatives von einem absoluten Guten und ein moralisch Gutes von einem außermoralisch Guten. Wird der Begriff in instrumenteller Weise verwendet, um anzuzeigen, dass etwas gut ist nur in Bezug auf etwas anderes oder jemand anderen, so spricht man von einem relativen Guten im Unterschied zu einem intrinsischen Guten, welches an sich selbst (also in absoluter Weise) gut ist. So kann z. B. die Medizin hinsichtlich ihrer Funktion für die Gesundheit als relatives Gutes bezeichnet werden, die Gesundheit aber, wenn sie nur um ihrer selbst willen erstrebt wird, als etwas Gutes an sich. Dieselbe Unterscheidung liegt auch der Abgrenzung zwischen dem moralisch Guten und dem außermoralisch Guten zugrunde. Das moralisch Gute ist nie nur ein instrumentell Gutes, sondern immer unbedingt, d. h. um seiner selbst willen gut. Darüber hinaus ist das moralisch Gute jedoch nur den Menschen und ihren Handlungen vorbehalten. So spricht man von einem guten Auto in außermoralischem Sinn, wohingegen eine gute Tat etwas moralisch Gutes ist. Bezüglich der Frage, nach welchem Kriterium das moralisch Gute als solches zu beurteilen sei, scheiden sich die Geister. Zu den Vertretern einer deontologischen Theorie des Guten gehört unter anderen Kant, gemäß dem nichts an sich selbst gut sein kann außer einem guten Willen, auf den sich alle moralisch guten Taten zurückführen lassen. Dieser Position stehen teleologische Theorien des Guten gegenüber, nach denen das als Gut erstrebte in Unabhängigkeit vom menschlichen Willen existiert. So vertreten beispielsweise die Utilitaristen die Ansicht, dass die Güte einer Handlung nicht bereits mit der moralisch guten Absicht gegeben sei, sondern dass erst bei gelungener Realisation tatsächlich von einer guten Tat gesprochen werden könne, wobei die positiven oder negativen Folgen jener Handlung sich entsprechend auf die Beurteilung auswirken müssten. Manche metaphysischen Entwürfe betrachten das Gute als das höchste Prinzip, das allem zugrunde liegt. So wird – im Angreifen von Platons höchster Idee, nämlich dem Guten – in der christlichen Philosophie der Begriff des Guten – mit Gott identifiziert – zum Prinzip alles Seins und Erkennens.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt