Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Lic. phil. Gerhild Tesak

Gewissen

Der Begriff steht für die Fähigkeit des Menschen, seine Urteile, Gedanken und Handlungen an einem eigenen inneren moralischen Maßstab zu messen bzw. zu orientieren. Da das Vermögen solcher Selbstbeurteilung seine Aktivität jedoch unabhängig von jeder willentlichen Steuerung durch den Menschen entfaltet (das schlechte Gewissen stellt sich ganz von selbst ein) handelt es sich dabei nicht um eine bewusste Reflexion des eigenen Tuns. Vielmehr könnte man das Gewissen als die Form bezeichnen, in der das Wissen um Gut und Böse alles Tun des Menschen begleitet. Differenzen zwischen diesem Wissen um das Gute und dem eigenen Handeln, Denken und Fühlen werden als schlechtes Gewissen erst einmal emotional erfahren, bevor diese Diskrepanz inhaltlich identifiziert und erkannt werden kann. Für die Vertreter derjenigen Position, die glauben, dass das Gewissen auch selbst Inhalte hervorbringt, ergibt sich das Problem, dass jeder Versuch, den Begriff inhaltlich zu bestimmen, an der spezifischen Subjektabhängigkeit dieser handlungsbegleitenden Bewusstseinsform scheitert. Welche konkreten Werte durch die Stimme des Gewissens Anspruch auf Verwirklichung erheben, ist nicht nur durch die historische Situation des Individuums (Zeit, Ort, soziales Umfeld) geprägt, sondern wird auch durch individuelle kognitive und emotionale Faktoren mitbestimmt. Ob es möglicherweise einen von allen individuellen und historischen Gegebenheiten unabhängigen gewissenskonstituierenden Faktor gibt, der dem Menschen gemeinsam mit der Gewissensfähigkeit angeboren ist, ist ungeklärt. Indem das demokratische Recht das Gewissen als letzte moralische Entscheidungsinstanz anerkennt und darauf in gewissen Fällen sogar das Widerstandsrecht des Einzelnen gründet, wird zumindest in diesem Fall davon ausgegangen, dass sich das individuelle Gewissen nicht in einer Mischung internalisierter sozialer Normen und persönlicher Eigenschaften erschöpft.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt