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Dr. Wulff D. Rehfus

Gesellschaft

Ein staatspolitischer Begriff, der erst mit dem modernen Staat und dem Begriff der Nation, also mit der Französischen Revolution, auftrat. Im griechischen Stadtstaat, der Polis, gab es zwar eine Gemeinschaft der Vollbürger, die am politischen Leben teilnahm, aber es gab weder einen griechischen Staat noch eine griechische Nation und auch keine Gesellschaft in dem Sinne, dass es innerhalb der Polisgemeinschaft informelle Institutionen gegeben hätte, die ohne politisches Mandat, aber mit einer politische Lobby ein eigenständiges Leben innerhalb der Polis geführt hätten. In diesem Sinne gab es auch weder in Rom noch in den folgenden Reichen des Mittelalters (A) eine Gesellschaft. Die ›Gesellschaft‹ entstand erst mit der Emanzipation des Bürgertums, d. h. mit dessen politischer Machtergreifung. Denn mit der politischen Herrschaft des Bürgertums konnten zwar im Prinzip alle Bürger an der politischen Macht teilhaben, doch deren Interessen waren in der Regel anderer Natur, sodass eine große Gruppe von Bürgern ihre politischen Möglichkeiten nicht nutzte, es sei denn, ihre privaten und ökonomischen Ziele überschnitten sich mit den allgemeinpolitischen Zielen des Staates im Guten oder Bösen. Dies ist der Grund, weshalb der Begriff der Gesellschaft historisch gleichursprünglich mit dem des Staates und des Individuums ist. Etwas verkürzt lässt sich sagen, dass der Staat die politische Organisation zur Aufrechterhaltung seiner selbst ist, das Individuum innerhalb eines Staates seine eigenen Interessen vertritt und die Gesellschaft ein informelles Subsystem eines Staates ist, in dem Individuen mit den gleichen Interessen so lange interagieren und kooperieren, wie die Einzelnen ihre Interessen in diesen freien Institutionen vertreten fühlen. Anders wird die Gesellschaft im Marxismus verstanden, nämlich als »eine Systemgesamtheit von praktischen Verhältnissen, welche die Menschen auf jeder konkreten historischen Entwicklungsstufe auf der Grundlage eines bestimmten Entwicklungsstandes der materiellen Produktivkräfte untereinander eingehen und deren grundlegender Bestandteil – ihre ökonomische Struktur – ein jeweiliges System materieller Produktionsverhältnisse darstellt« (Marxistisch-leninistisches Wörterbuch der Philosophie , Hamburg 1972).

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt