Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Lic. phil. Gerhild Tesak

Freiheit

Notwendige Voraussetzung für die Zurechenbarkeit einer Handlung im Sinne von Verantwortlichkeit. Als solche bildet sie die Bedingung für moralisches Handeln überhaupt und stellt somit eines der wesentlichen Themen philosophischer Betrachtung dar. Im weitesten Sinn bedeutet Freiheit die Möglichkeit der Selbstbestimmung. Diese kann auf zweierlei Arten gegeben sein: als Freiheit von etwas und als Freiheit zu etwas. Wird der Terminus negativ als Freiheit von Fremdbestimmung definiert, so sind Menschen so weit und so lange frei, als sie nicht durch äußeren Zwang (sei dies in naturaler, sozialer oder politischer Hinsicht) unfrei gemacht werden. Diese solchermaßen definierte Unabhängigkeit vom Zwang durch andere kann weitgehend mit Handlungsfreiheit identifiziert werden. Insofern Handlungsfreiheit bedeutet, dass jemand nicht an der freien Entfaltung seiner Kräfte und Möglichkeiten gehindert wird, können auch Tiere an dieser Freiheit teilhaben. Von diesem sehr weit gefassten Begriff unterscheidet sich ein enger gefasster, ausschließlich dem Menschen zukommender Begriff von Handlungsfreiheit, welcher in Form einer gewissen naturalen Unabhängigkeit das Moment der Willkür beinhaltet. Dem Menschen ist dadurch ein Spielraum alternativer Verhaltensmöglichkeiten gegeben, der auch die Möglichkeit der Nicht-Wahl bietet. Da Willkür auch den Aspekt der Irrationalität beinhaltet, ergibt sich für den negativ bestimmten Freiheitsbegriff daraus das Problem, dass die freie, indeterminierte Wahl von der bloßen Abwesenheit von Ursachen oder Gesetzmäßigkeiten, also vom Zufall, schwierig abzugrenzen ist. Dieses Problem stellt sich für den positiv definierten Freiheitsbegriff (Freiheit zu), der auch mit Willensfreiheit gleichgesetzt wird, nicht. Willensfreiheit definiert sich nicht durch die Abwesenheit von das Handeln bestimmenden (Fremd-)Einflüssen oder Ursachen, sondern durch die Selbstbestimmung des Willens als Handlungsursprung. Indem der Wille sich nicht durch die eigene Sinnlichkeit, soziale oder sonstige Zwänge bestimmen lässt, sondern alleiniger Ursprung seines Wollens ist, bestimmt er sich selbst als autonom. Gegenüber dem Wissen und der alltäglichen Erfahrung um seine biologische, soziale, psychologische und historische Determiniertheit äußert sich die Willensfreiheit des Menschen nicht in einem Abstreifen all seiner Bedingungen, sondern in der freien Wahl der Determinanten. So gesehen schließen sich Freiheit und Determination nicht unbedingt aus. Entsprechend ist der Weg vom Fatalismus als dem Glauben an eine vom Schicksal vorherbestimmte Zukunft bis zur Position des reinen Indeterminismus vor allem durch eine Vielzahl vermittelnder Positionen gekennzeichnet, deren Haltung weitgehend durch die jeweils zugrunde gelegte Definition als Willens- oder Handlungsfreiheit bestimmt wird. In der Existenzphilosophie Sartres wird Freiheit ontologisch gefasst als eine anthropologische Grundbestimmung des Menschen schlechthin: der Mensch ist Freiheit. Die so verstandene Freiheit ist völlig unabhängig davon, wie weit und ob sie sich überhaupt in bestimmten Situationen realisieren lässt.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt