Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Lic. phil. Gerhild Tesak

Frage

Der Begriff bezeichnet die Formulierung einer Annahme solcherart, dass die Entscheidung über ihre Wahrscheinlichkeit anderen Personen anheim gestellt wird (›Ist das der Dieb?‹), oder so, dass eine darin enthaltene Leerstelle von der angesprochenen Person ausgefüllt werden soll (›Was wurde gestohlen?‹). Motivationstheoretisch stellt die Frage den sprachlichen Ausdruck eines Wissens- oder Informationsvakuums dar, dessen Formulierung zugleich den Wunsch deutlich werden lässt, dieses Vakuum durch Wissenserweiterung aufheben zu wollen. Jeder im Sinne der Logik echten Frage geht somit das Wissen um die Mangelhaftigkeit des bereits Gewussten voraus, wodurch dann das Bedürfnis entspringen kann, dem Mangel durch seine explizite Formulierung abzuhelfen. Von dem solchermaßen definierten Begriff ist die rhetorische Frage, die keine Antwort erwartet und somit nicht einem Informationsbedürfnis entspringt, abzugrenzen. Als Sammelbegriff fungiert der Terminus in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zur Bezeichnung noch ungelöster Aufgaben (z. B. die Frauenfrage). Da eine Frage im Gegensatz zum Urteil nichts behauptet, kann sie auch nicht wie jenes wahr oder falsch, sondern nur falsch gestellt sein und somit eine sinnvolle Beantwortung von vornherein verunmöglichen. Anwendung findet das Kriterium wahr/falsch höchstens auf die Voraussetzungen einer Frage, von denen diese als bestimmte Frage ausgeht. Mit dem Stichwort ›Voraussetzung‹ ist noch eine zweite wesentliche Bedingung angesprochen, durch welche die Möglichkeit zu sinnvollem Fragen erst gegeben wird. So mag es zwar als wenig sinnvoll erscheinen, Fragen zu stellen, deren Antworten der fragenden Person bereits bekannt sind; als völlig unmöglich erweist sich jedoch der Versuch, eine Frage zu formulieren, ohne konkretes Wissen von dem zu haben, wonach man fragen will. Erst ein bestimmtes Vorwissen über den Gegenstand der Frage ermöglicht sinnvolles Fragen. Diesem Umstand einer engen Verbundenheit sinnvoller Fragen mit einem konkreten, wenn auch der weiteren Bestimmung bedürftigen Vorwissen, trägt die Hermeneutik Rechnung, wenn sie, um die korrekte Auslegung einer Aussage bemüht, großes Gewicht auf die Reflexion des Verständnishorizontes legt, aus welchem eine Frage entspringt. Aus anthropologischer Sicht stellt die Fähigkeit, Fragen zu stellen, ein Grundkonstituens des Menschen dar: Nur der Mensch sucht durch das Stellen von Fragen seinen eigenen Wissenshorizont zu erweitern und emanzipiert sich dadurch von der Beschränkung auf tatsächlich Vorgegebenes.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt