Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Lic. phil. Gerhild Tesak

Fiktion

Von lat. fictio , ›Gestaltung, Erdichtung‹: etwas Erfundenes, eine erdichtete Annahme. Als eine Erfindung, die nicht mit dem real Gegebenen übereinstimmt, findet sich die Fiktion im literarischen Bereich als Dichtung, im alltäglichen Leben als Lüge und im wissenschaftlichen Bereich als methodologische Hilfskonstruktion. Dort steht sie für eine wissenschaftliche Vorstellung, deren Unwahrscheinlichkeit oder gar Unmöglichkeit zwar bewusst eingesehen wird, deren Annahme als vorübergehendes Hilfskonstrukt jedoch trotzdem richtige Resultate zeitigen kann, indem der Hilfsbegriff im Verlaufe des Gedankengangs wieder herausgelöst wird, sodass die Fiktion als wissenschaftlicher ›Fehler‹ keinen Eingang in das Ergebnis findet oder zumindest kein wesentliches Moment dieses Ergebnisses bildet (Beispiel für eine solchermaßen erfolgreiche Verwendung: die Fiktion des ›leeren Raumes‹). Solche falschen Annahmen, die als Fiktion häufig der Bewältigung sonst unlösbarer Aufgaben dienen, werden sprachlich vorzugsweise durch die Konjunktion ›als ob‹ gekennzeichnet. Dieser Begriff des Als ob liegt auch der als Fiktionalismus bezeichneten Theorie Vaihingers zugrunde, der durch diese Formulierung den meisten unserer theoretischen und religiösen Überzeugungen und Erkenntnisse den Status von Fiktionen zum Zweck der Art- und Selbsterhaltung zuweist (Die Philosophie des Als Ob ; 1911). Von den Fiktionen, die als wissenschaftliche Annahmen vom Bewusstsein ihrer Unrichtigkeit begleitet sind, aus methodischen Gründen jedoch beibehalten werden, weil sich mit ihnen praktisch sehr wohl arbeiten lässt, sind die Hypothesen zu unterscheiden, denen ein gewisser Wahrscheinlichkeitsgehalt zugeschrieben wird.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt