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Lic. phil. Gerhild Tesak

Falsifizieren

Von lat. falsus , ›falsch‹ und facere , ›tun, machen‹: als falsch herausstellen, widerlegen. Der Terminus wird vor allem in wissenschaftstheoretischem Kontext gebraucht und bedeutet, dass eine Aussage oder Theorie durch das Auftreten eines Falles, der dieser Aussage oder den in dieser Theorie zugrunde gelegten Bedingungen widerspricht, ihre Geltung verliert. Eine solche Widerlegung durch ein Gegenbeispiel heißt Falsifikation. Die logischen Positivisten beharrten darauf, dass eine Behauptung, die sich prinzipiell nicht empirisch auf ihren Wahrheitsgehalt hin kontrollieren lässt, sinnlos und damit unwissenschaftlich ist. Dieses Falsifikationsprinzip wurde von Popper, unter Verzicht des Anspruchs, dass wissenschaftliche Theorien verifiziert werden müssen, zum alleinigen Probierstein der Naturwissenschaft gesetzt. Das Prinzip der Falsifikation wurde damit zum Kriterium, welches empirische Wissenschaft von Pseudowissenschaft und Metaphysik abgrenzen soll. Ausgehend von seiner Überzeugung, dass die Wahrheit einer Theorie auf empirischem Wege niemals bewiesen werden kann (eine Position, die auf Peirce zurückgeht), hat Popper die methodologische Forderung erhoben, alle empirischen Theorien seien so zu formulieren, dass sich auch Wege zu ihrer Falsifikation angeben lassen, bzw. alle nicht falsifizierbaren Theorien als nicht wissenschaftliche Hypothesen von der Diskussion auszuschließen. »Diese Überlegung legt den Gedanken nahe, als Abgrenzungskriterium nicht die Verifizierbarkeit, sondern die Falsifizierbarkeit des Systems vorzuschlagen; mit anderen Worten: Wir fordern zwar nicht, daß das System auf empirisch-methodischem Wege endgültig positiv ausgezeichnet werden kann, aber wir fordern, daß es die logische Form des Systems ermöglicht, dieses auf dem Wege der methodischen Nachprüfung negativ auszuzeichnen: Ein empirisch-wissenschaftliches System muß an der Erfahrung scheitern können.« (Logik der Forschung , S. 15).

Zwar kann auch auf diese Weise keine endgültige Wahrheit gefunden werden, doch während bei jeder gelungenen Falsifikation nach einer Ersatztheorie gesucht werden muss, wächst umgekehrt der Geltungsgrad solcher Theorien, bei denen trotz prinzipieller Falsifizierbarkeit die Widerlegung (noch) nicht gelungen ist, und zeichnet diese als bewährte Hypothesen aus.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt