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Dr. Thomas Blume

Eros

Der griech. Liebesgott ist in den orphischen Mythen der Weltentstehung dasjenige Weltprinzip, welches Gegensätzliches zu vereinigen vermag. Bei Platon ist der Eros die Verkörperung der Liebe, insbesondere das die Liebe auszeichnende Streben und Verlangen nach dem Guten und Schönen. In seinem Dialog mit dem Titel Symposion (dt. Gastmahl ) charakterisiert Platon den Eros als ein Wesen, das kein Gott ist, weil er nicht, wie die Götter, im Besitz des Schönen und Guten ist, sondern das Streben danach verkörpert. Er ist arm, rau, unansehnlich, dürftig und stellt dem Schönen und Guten nach. Da das Schöne und Gute Gegenstände der philosophischen Erkenntnis sind, kann sein ganzes Leben als philosophierend bezeichnet werden.

Als Inbegriff des Strebens nach dem Schönen steht der Eros für den Weg zur Weisheit. Dieser beginnt nach einer Schilderung Platons mit der Liebe zu einem Knaben. Durch sie wird die Liebe an der Schönheit des Leibes eines Einzelnen geweckt. Sodann wird eine schöne Seele zum Gegenstand des erotischen Strebens. Der Strebende wendet seinen Blick von den schönen Gestalten der Jünglinge hin zu den schönen Sitten und Bestrebungen, welche Ausdruck einer schönen Seele sind. Dieser Stufe folgt die Liebe zur Erkenntnis, die Schau schöner Erkenntnisse. Das Streben gelangt an sein Ziel, wenn es das Schöne an sich, die Idee des Schönen, an der alle schönen Dinge Anteil haben und durch die sie sind, was sie sind, erschaut hat. Diese höchste Stufe der Liebe als die Liebe zur Weisheit, durch die man in den Besitz des Ewigen und Unvergänglichen gelangt, bleibt jedoch dem Philosophen vorbehalten. Der gemeine Mann dagegen sucht Unsterblichkeit dadurch zu gewinnen, indem er Kinder zeugt.

Sigmund Freud setzt dem Eros einen Todestrieb entgegen, um auf diese Weise die Entstehung von Krieg und Gewalt erklären zu können. Der Mensch verfügt über zweierlei Arten vor Trieben: Solche, die erhalten und vereinigen wollen. Freund nennt sie erotische Triebe im Sinne des Eros in Platons Symposion . Ihnen gegenüber stehen die Triebe, die zerstören und töten wollen. Freud bezeichnet sie als Aggressions- und Todestriebe. Unter gewöhnlichen Verhältnissen bilden beide Arten von Trieben ein Gleichgewicht. Aus ihrem Zusammen- und Gegeneinanderwirken gehen die verschiedensten Erscheinungen des Lebens hervor. Gewinnt nun aber der Destruktions- oder Todestrieb auf gesellschaftlicher Ebene, gefördert durch den Machtmissbrauch der jeweiligen Staatsführer, die Oberhand, so kommt es zum Ausbruch von Kriegen. Um Kriege zu verhindern, so schlägt Freund vor, muss man den auf das Verbindende zwischen den Menschen gerichteten Eros anrufen.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt