Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Andreas Preußner

Dualismus Leib – Seele

Bezeichnet das Problem der Beziehung zwischen Seele und Körper, wenn angenommen wird, dass es belebte und unbelebte Substanzen gibt. Die philosophische Trennung von Leib (Körper) und Seele hat vielfache Ausprägungen erhalten. Zunächst ist die grundlegende Problemstellung die, wie eine ausgedehnte Substanz (Leib) mit einer unausgedehnten (Seele) zusammensein kann. Der Leib ist eine spezifische Form von Körper, die trotz ihres Eingebundenseins in die Welt des materiehaften Bewegtseins offen ist für die Verbindung mit der Seele, deren Besonderheit in der Selbstbewegung liegt. Insofern ist die Seele das den Leib vitalisierende und organisierende Prinzip. Philosophisch hat die Seele (fast) immer den Vorrang, weil sie der Erkenntnis fähig und aufgrund ihrer Immaterialität unsterblich ist. Der Leib hingegen ist dem Verfall in der Zeit ausgeliefert und kann seine Verbindung mit der Seele nur begrenzt aufrecht erhalten. Der Tod kennzeichnet die Trennung beider, wobei die Seele an einen überirdischen Ort entweicht oder wie ein feiner Hauch (pneuma ) aus dem Körper strömt. Eine andere Dimension gewinnt das Verhältnis von Leib und Seele, wenn beide als res extensa und res cogitans (Descartes) das Ganze der endlichen Wirklichkeit ausmachen sollen. Die Seele verliert in dieser Konzeption die Funktion der Lebenserhaltung, da der Körper Wärme und Bewegung selbstständig erzeugen kann. So entsteht der echte Leib-Seele-Dualismus, da es jetzt nur noch der Seele zukommt zu denken, der Körper aber als Maschine betrachtet wird. Der Tod ist hier das Versagen der Organe; nach seinem Eintritt verschwindet die Seele, weil keine Wärme und keine Bewegung mehr vorhanden sind. Im nachmetaphysischen Denken, das vor allem auf die Erkenntnisse der positiven Wissenschaften setzt, entschärft sich der Dualismus insofern, als Seele nicht mehr als Substanz besonderer Art angesehen wird. Vielmehr drängt sich die Frage auf, wie es zum Phänomen des Selbstbewusstseins kommen kann. Die philosophische Fragestellung ist im Zuge der Ergebnisse der modernen Forschung untrennbar von der Problematik der Neurophysiologie geworden. Denn wenn erst einmal angenommen wird, dass das Denken seinen Ort im Gehirn hat, dann ist auch die Vorstellung, Selbstbewusstsein werde auf irgendeine Weise physisch erzeugt, nicht mehr so einfach von der Hand zu weisen. Die endgültige Aufhebung des Leib-Seele-Dualismus wäre also der Nachweis, dass alle Vermögen, die traditionell der Seele zugeschrieben werden, als chemische und elektrische Prozesse beschrieben werden können.

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Das Buch

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Druck-Ausgabe: 12,95 €
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt