Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Thomas Blume

Dionysisch

Von Dionysos, dem griech. Gott des Weines: neben dem Apollinischen die Personifizierung eines der beiden die Geschicke der Welt lenkenden Prinzipien bei Nietzsche. Während das Apollinische für das Streben nach Begrenzung, nach Maß und Gestalt steht, verkörpert das Dionysische den Drang ins Ungebundene, das Rauschhafte und Ausufernde, das, was die Grenzen aufhebt, die Form zerstört und das Gestalthafte in den Weltgrund zurückwirft.

Beide Prinzipien lenken nicht nur den Gang des kosmischen Geschehens, sondern bestimmen auch die Handlungen der Menschen und dadurch den Gang der Geschichte. Aus diesem Grund kann sie Nietzsche zur Erklärung psychologischer und ästhetischer Phänomene heranziehen. Während apollinisch das Streben nach staatlicher Ordnung, nach festen, in Definitionen fassbaren Begriffen sowie nach bildhafter Gestalt in Malerei, Epik und Plastik ist, geht das Dionysische auf die Überwindung und Transzendierung der durch den Verstand geordneten Alltagswelt und ihre Verklärung zu einer höheren Scheinwelt.

Da beide Prinzipien zueinander in Kampf und Gegensatz stehen, lässt sich durch das Überhandnehmen des einen oder anderen von ihnen historische Entwicklung im Allgemeinen, die Entwicklung von Kunst und Geist im Besonderen erklären: In der griechischen Antike stehen sich apollinisch ordnender und dionysisch ausschweifender Trieb entgegen und bestimmen die künstlerische Entwicklung. Während sich das Dionysische in ausschweifenden kultischen Feiern seinen Ausdruck verschafft, findet das Apollinische in den Satzungen des dorischen Staates, aber auch in den wuchtigen Tempeln der dorischen Kunst seinen Ausdruck. In der griechischen Tragödie stehen beide Seiten zueinander im Widerspiel. An Sokrates geht das griechische Kunstwerk der Tragödie zugrunde. Mit ihm beginnt der harte Verstand zu dominieren. Sein Schüler Platon schließlich verwirft die Kunst als Ganze. Der philosophische Gedanke überwältigt die Kunst und führt zur Vorherrschaft des Apollinischen in der abendländischen Geistesgeschichte und damit zugleich zum nihilistischen Kulturverfall. Demgegenüber fordert Nietzsche das Ausleben der dionysischen Triebe.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt