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Dr. Thomas Blume

Ding an sich

Kants erkenntnistheoretischer Begriff für die von menschlicher Erkenntnis unabhängige Wirklichkeit. Kant unterscheidet zwischen Erscheinung als demjenigen, was einem Subjekt in sinnlicher Anschauung, also durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen gegeben ist und den davon unabhängigen Dingen an sich. Zum Begriff eines Dinges an sich gelangt er auf zwei Wegen. Zum einen fordert der Begriff der Erscheinung den Begriff eines Dinges an sich als logisches Korrelat. Nimmt man an, dass die Gegenstände der sinnlichen Anschauung Erscheinungscharakter besitzen, so muss man gleichfalls unterstellen, dass es etwas gibt, wovon die Erscheinungen Erscheinungen sind, worauf sie verweisen, was durch sie angezeigt wird. Auf der anderen Seite muss Kant die Existenz eines Dinges an sich unterstellen, damit Erfahrung mit dem Anspruch auftreten kann, Objektivität zu besitzen. Ausgehend von der Annahme, dass die Formen von Anschauung und Denken erfahrungskonstitutiv sind, d. h. die Erfahrung gemäß bestimmten Formen strukturieren, muss er einerseits behaupten, dass die Gegenstände der Erfahrung nicht mit den Dingen an sich identisch sind, weil nicht einzusehen wäre, wie Anschauung und Denken auf etwas unabhängig von ihnen Bestehendes eine strukturierende Tätigkeit ausüben können. Raum und Zeit als Formen der Anschauung, bzw. Vorstellung die Kategorien als Formen des Denkens können sich nur auf das beziehen, was einem Subjekt in Anschauung und Denken gegeben ist, nicht auf ein jenseits von Anschauung und Denken liegendes Ding an sich. Zum anderen weist Kant dem Ding an sich die Aufgabe zu, kausal für das Zustandekommen der subjektiven Vorstellungen verantwortlich zu sein und damit der Spontaneität, d. h. Selbsttätigkeit des Subjekts Grenzen zu setzen. Idealistische Philosophien stehen vor dem Problem, erklären zu müssen, weshalb es nicht in der Macht des Subjekts liegt, die Welt so aufzufassen, wie es in seinem Ermessen liegt. Durch die Annahme eines kausal für das Zustandekommen der Vorstellungen des Subjekts verantwortlichen Dinges an sich will Kant diese Frage beantworten. Er steht dann allerdings vor dem Problem, einem Gegenstand, der prinzipiell unerkennbar sein soll, zumindest kausale Wirksamkeit und Existenz zusprechen zu müssen. Genau an diesem Punkt setzt die Kritik seiner Zeitgenossen und Nachfolger an, die das Problem auf dem Wege idealistischer Systementwürfe lösen wollen.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt