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Dr. Thomas Blume

Dilemma

Griech. ›Doppelsatz‹: Alltagssprachlich steht Dilemma für eine missliche Lage oder Zwangslage, in der sich jemand befindet, wenn er zwischen zwei Möglichkeiten zu wählen hat und beide zu einem unerwünschten Resultat führen. Von einem Dilemma kann man beispielsweise sprechen, wenn jemand entweder gezwungen wird, sein Haus mit einer Hypothek zu belasten oder es zu verkaufen. In dem einen Fall muss er sich verschulden, in dem anderen verliert er seine Unterkunft.

In der Logik versteht man unter einem Dilemma eine bestimmte Art von Argument. Man unterscheidet zwischen einem konstruktiven und einem destruktiven Dilemma. Ein konstruktives Dilemma hat die Form: Wenn p, dann q. Wenn r, dann q. Entweder p oder r. Daher q. Beispiel eines konstruktiven Dilemmas ist das so genannte prisoner’s dilemma , wo jemand zwischen zwei Todesarten zu wählen hat. Wählt er die eine Todesart, so wird er sterben, wählt er die andere, so wird er ebenfalls sterben. Eine der beiden Todesarten muss er wählen. Daher wird er in jedem Falle sterben. Ein destruktives Dilemma hat die Form: Wenn p, dann q. Wenn r, dann q. Entweder nicht-p oder nicht-r. Daher nicht-q.

In der Philosophiegeschichte wurde folgendes Dilemma berühmt: Euathlos und sein Rhetoriklehrer Protagoras vereinbaren, dass Euathlos für den von Protagoras erhaltenen Unterricht mit dem Gewinn seines ersten gewonnen Gerichtsprozesses bezahlt. Verliert er den Prozess, so braucht er nichts bezahlen. Euathlos führt aber keinen solchen Prozess. Um dennoch zu seinem Geld zu kommen, verklagt Protagoras den Euathlos. Aus der Sicht des Euathlos stellen sich die Dinge in diesem Prozess folgendermaßen dar: 1. Entweder ich werde diesen Prozess gewinnen oder ich werde ihn verlieren. 2. Wenn ich den Prozess gewinne, brauche ich meinen Lehrer Protagoras nicht zu bezahlen (weil die Klage dann abgewiesen wird). 3. Wenn ich den Prozess verliere, brauche ich meinen Lehrer Protagoras ebenfalls nicht zu bezahlen (weil vereinbart wurde, dass nur bei einem gewonnenen Prozess der Unterricht zu bezahlen ist). 4. Also brauche ich nichts zu bezahlen.

Anders stellen sich die Dinge für Protagoras dar: 1. Entweder ich werde diesen Prozess gewinnen, oder ich werde ihn verlieren. 2. Wenn ich den Prozess gewinne, so muss mein Schüler Euathlos mich bezahlen (weil meiner Klage auf Bezahlung stattgegeben wird). 3. Wenn ich den Prozess verliere, so muss Euathlos mich ebenfalls bezahlen (weil er sich an unsere Abmachung halten muss und mich aus dem Gewinn seines ersten gewonnenen Rechtsstreites bezahlen muss). 4. Also muss Euathlos mich bezahlen.

Beide Dilemmas besitzen die Form: Entweder p oder nicht-p. Wenn p, dann r. Wenn nicht-p, dann r. Daher r. Erstreckt sich die Wahl nicht nur auf zwei, sondern auf drei, vier, fünf oder noch mehr Alternativen, so spricht man von einem Tri-, Tetra-, Penta-, Polylemma.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt