Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet

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Dr. Thomas Blume

Dekonstruktion

Die Bezeichnung für eine spezifische Methode im Umgang mit literarischen und philosophischen Texten. Der Dekonstruktivist geht davon aus, dass zwischen dem, was ein Autor wissentlich mit einem Text auszusagen beabsichtigt und dem, was der Text tatsächlich ausdrückt, ein Unterschied besteht. Der Text kann beispielsweise, entgegen den Interessen seines Autors, Ausdruck unbewusster Motive sein. Oder er verkörpert gesellschaftliche Strukturen, die der Autor mit dem Text anklagen will. In Hinblick auf philosophische Texte nimmt der Dekonstruktivist an, dass in ihnen indirekt Unterscheidungen und Begriffe der philosophischen Tradition verwendet werden, die der Autor mit seinem Text kritisieren und überwinden möchte. Der Begriff der Dekonstruktion geht zurück auf Derrida, der – unter Rückgriff auf Heideggers Programm einer De(kon)struktion der Metaphysik – zeigen will, wie Philosophen, deren erklärte Absicht darin besteht, mit der metaphysischen Tradition zu brechen, dennoch nicht von dieser Tradition loskommen, und das vor allem deshalb, weil sie von einem Präsenzdenken beherrscht sind. Für Derrida wie für Heidegger besteht der entscheidende Wesenszug der gesamten abendländischen metaphysischen Tradition, angefangen bei den Vorsokratikern bis hinein in die Gegenwart, darin, dass sie Sein im Sinne von Anwesenheit denkt. (Was heißen soll, dass etwas nur dann als seiend begriffen wird, wenn es präsent, gegenwärtig anwesend ist.) So gehört es nach Derrida z. B. zu den Grundsätzen der philosophischen Tradition, zwischen Zeichen und Bezeichnetem (dem Gegenstand, für den das Zeichen steht bzw. der Bedeutung des Zeichens) ein Präsenzverhältnis anzunehmen. Im Zeichen ist das Bezeichnete gegenwärtig. Unter Rückgriff auf Überlegungen von Husserl und Peirce behauptet Derrida dagegen die Apräsenz des Zeichensinnes, was besagt, dass das, was ein Zeichen bedeutet oder wofür es steht, niemals in einem einzelnen Augenblick als Ganzes gegenwärtig ist.

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt