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Dr. Roland W. Henke

Spinozismus

Lehre Spinozas und deren Weiterentwicklung. Danach gibt es nur eine einzige ewige, absolute Substanz, die zugleich Natur und Gott (lat. Deus sive natura ) ist (Pantheismus). In ihr herrscht streng kausale Gesetzmäßigkeit. Ihre beiden einzigen Attribute sind Ausdehnung und Denken, Materie und Geist, und deren Modi oder Daseinsweisen sind die Einzeldinge bzw. -wesen. Unter dem Attribut der Ausdehnung betrachtet werden diese Einzelwesen als Körper, unter dem des Denkens werden sie als Ideen aufgefasst. Je mehr der Mensch die Einzeldinge erforscht, desto mehr erkennt er Gott und liebt ihn auf geistige Weise (amor dei intellectualis ). Da der menschliche Geist – sub specie aeternitatis – nichts anderes als eine Daseinsweise der absoluten Gott-Natur ist, ist die in der Erkenntnis der Einzeldinge sinnfällig werdende Liebe zu Gott zugleich ein Teil der unendlichen Liebe, die Gott sich selbst gegenüber zeigt.

Spinozas Lehre wurde zunächst im 17. Jh. als Atheismus und Immoralismus geächtet, gelangte aber im 18. Jh. durch Jacobi, Mendelssohn, Lessing, Herder und Goethe zu großem Ansehen in der deutschen Geistesgeschichte. Zwischen Jacobi und Mendelssohn entzündete sich zuerst eine bis heute ungelöste Kontroverse um die Frage, ob Lessing Spinozist sei. Herder und Goethe bekannten sich dann zum Spinozismus, nicht ohne dessen pantheistische Lehre vorher gehörig modifiziert zu haben: Aus der streng kausal determinierten spinozistischen Substanz wurde bei ihnen ein organisches Ganzes, eine Totalität sinnhaft-lebendiger Kräfte. Die spinozistische Gedankenfigur eines sich selbst im Denken erfassenden Absoluten nutzten auch Schelling und besonders Hegel zum Entwurf ihrer philosophischen Systeme.

B. de Spinoza, Die Ethik nach geometrischer Methode dargestellt. Mit einer Einleitung von R. Schottlaender , Hamburg 1994

F. H. Jacobi, Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn , Bearbeitet von M. Lauschke, Hamburg 2000

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Handwörterbuch Philosophie

hg. v. Wulff D. Rehfus
Mit Beiträgen von 54 Autoren
1. Aufl. 2003, 736 S., vergriffen

» Nachfolgewerk in 4 Bänden

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt